Datum07.01.2026 11:22
Quellewww.spiegel.de
TLDRÜber 80 Prozent der Neujahrsvorsätze scheitern. Coach Marina Schakarian empfiehlt stattdessen, sich ein persönliches Motto für das Jahr zu setzen, um Motivation und Orientierung zu finden. Ein Motto wirkt als Kompass und hilft bei Entscheidungen, ohne Druck auszuüben. Der Prozess beginnt mit Reflexion über das vergangene Jahr und das Festhalten von Gedanken. Wichtig ist die Wahl eines einprägsamen, positiven Begriffs, der regelmäßig sichtbar ist. Schakarian betont, dass man sich auf ein Wort beschränken sollte, um Klarheit zu schaffen.
InhaltMehr als 80 Prozent aller Neujahrsvorsätze scheitern. Nutzen Sie die Motto-Methode von und mit Marina Schakarian, um sich auszurichten. Sie hilft bei Entscheidungen und motiviert. 83 Prozent aller guten Vorsätze halten nicht mal bis Ende Februar, wie Studien zeigen. Dennoch nehmen wir uns im Januar immer wieder vor, mehr Sport zu machen oder häufiger Zeit für Feedback einzuplanen. Coach Marina Schakarian schlägt einen anderen Weg vor: Statt konkreter Vorsätze empfiehlt sie, sich ein Motto für das kommende Jahr zu suchen. "Vorsätze sind entweder zu vage oder so rigide, dass sie uns zu sehr unter Druck setzen", sagt sie. Wer sich vornimmt, jeden Tag 20 Seiten zu lesen, und dann nur 10 schafft, fühlt sich demotiviert und gibt vielleicht sogar auf. Ein Motto dient eher als Kompass oder Leitbild. Die Methode hilft, Entscheidungen zu treffen und sich auszurichten – ohne zwanghafte Maßnahmen. So finden Sie Ihr eigenes Motto: Setzen Sie sich in Ruhe hin und fragen Sie sich: Was lief im vergangenen Jahr gut? Wovon möchten Sie mehr haben? Was hat Sie belastet? Wovon möchten Sie weniger? Schreiben Sie alles auf, was Ihnen in den Sinn kommt – positiv wie negativ. Hier finden Sie eine Vorlage. "Ein Motto, das Sie sich auf dem Weg zur Arbeit im Bus ausdenken, wird nichts bewirken", sagt Schakarian. Schreiben Sie eine bis drei Seiten auf, ohne Druck zur Perfektion. Notieren Sie alle Gedanken zu den Leitfragen. Nachdem Sie Ihre Gedanken aufgeschrieben haben, suchen Sie nach Mustern und wiederkehrenden Themen. Wenn Sie sich zum Beispiel "mehr Beziehung" wünschen, überlegen Sie, welches Bedürfnis dahinter liegt. Sind es Erlebnisse? Geht es Ihnen um Neugier und Lernerfahrungen? Oder um Freundschaft und Begegnungen. Welche Bedürfnisse werden angesprochen? Welche Themen tauchen immer wieder auf? Nach dem kognitiven Schreibprozess folgt der intuitive. Welches Wort oder welche kurze Phrase springt Sie besonders an? "Ein Wort wird Ihnen ins Auge stechen und eine besondere Resonanz erzeugen", beschreibt Schakarian den Prozess. Vertrauen Sie auf Ihr Gefühl bei der Auswahl. Auch wenn es schwerfällt: Beschränken Sie sich auf ein Wort. Ein Motto soll Ihnen helfen, Entscheidungen zu treffen, und Klarheit bringen. Setzen Sie eine Priorität: Was ist Ihnen dieses Jahr wichtiger: der nächste Karriereschritt oder die Familienzeit? Ihr Motto könnte dann lauten: "Jahr der Intuition" oder "Jahr des Neuanfangs". Sie können auch einen anderen Zeitraum wählen, etwa ein Halbjahr oder einen Monat. "Ein Motto sollte Lust machen und positiv in die Zukunft gerichtet sein", rät Schakarian. Vermeiden Sie negative Formulierungen und wählen Sie ein Wort, das Ihnen im Kopf bleibt. "Wenn Sie sich schon nach einem Tag nicht mehr an Ihr Motto erinnern können, sollten Sie noch mal einen Schritt zurückgehen", sagt die Expertin. Damit Ihr Motto wirken kann, sollten Sie es regelmäßig vor Augen haben. Halten Sie es in Ihrem Notizbuch fest, kleben Sie es an den Kühlschrank oder richten Sie es als Hintergrund am Smartphone ein. Sie müssen Ihr Motto nicht mit anderen teilen, wichtig ist, dass Sie es sehen. Weitere Tipps und wie Sie die Motto-Methode im Team anwenden, hören Sie in der aktuellen Folge von "Wegen guter Führung". In "Wegen guter Führung – der ehrliche Führungspodcast" spricht Antonia Götsch, Chefredakteurin des Harvard Business managers, alle zwei Wochen mit Gästen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Sport über Führung, Strategie und Management. "Wegen guter Führung" erscheint 14-täglich hier sowie auf Spotify und Apple im Podcast. Antonia Götsch, Chefredakteurin des Harvard Business managers, meldet sich alle zwei Wochen mit „Wegen guter Führung“. Sie spricht mit anderen Führungskräften und Expert:innen aus der Wissenschaft. Ehrlich, fundiert, offen und auch mal lustig. Sie teilt, was sie selbst gelernt hat, woran sie scheitert, und sie versucht, auch ihren Gästen zu entlocken, was sie sonst nur ihren Vertrauten verraten.