Crans-Montana: Altes Video belastet Betreiber der »Le Constellation«

Datum07.01.2026 11:10

Quellewww.spiegel.de

TLDREin 2019 veröffentlichtes Video belastet die Betreiber der Bar „Le Constellation“ in Crans-Montana, wo in der Silvesternacht ein Feuer 40 Menschenleben forderte. Der Kellner warnt darin vor der entzündlichen Schaumstoffdecke, während Gäste Feuerwerksfontänen an Sektflaschen hielten. Die Betreiber, Jacques und Jessica Moretti, kooperieren mit den Ermittlungen, die sich auf fahrlässige Tötung und Sicherheitsvorkehrungen konzentrieren. 116 Menschen wurden verletzt, darunter viele schwer, und die Identität aller Opfer ist mittlerweile geklärt.

InhaltWie leicht entzündlich die Decke des Barkellers in Crans-Montana ist, war wohl schon lange bekannt. Das legt ein Video von 2019 nahe, das die "Bild"-Zeitung nun veröffentlicht hat. Ein Kellner wird darin deutlich. Feuerwerksfontänen haben offenbar den Brand ausgelöst, der im Schweizer Skiort Crans-Montana in der Silvesternacht 40 Menschen das Leben gekostet hat  . Die an Sektflaschen angebrachten Fontänen könnten die Schaumstoffdecke entzündet haben. Die Gefahr war in der Bar wohlbekannt, wie nun ein von der "Bild"-Zeitung veröffentlichtes Video  nahelegt. Die Aufnahme stammt aus dem Jahr 2019. Schon damals wurde in dem Barkeller der "Le Constellation" ausgelassen gefeiert, schon damals hielten Gäste mit Feuerwerksfontänen präparierte Sektflaschen in die Höhe. In der Aufnahme ist allerdings ein Kellner zu hören, der vor der Gefahr warnt. "Passt auf den Schaum auf!", ruft er den Feiernden zu. Die französischen Betreiber der Bar wollen nun zur Aufklärung des Unglücks beitragen. Sie seien zur "vollständigen Zusammenarbeit" mit den ermittelnden Behörden bereit, teilten Jacques und Jessica Moretti am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP mit. "Wir werden in keiner Weise versuchen, uns diesen Dingen zu entziehen." Beide seien "am Boden zerstört und voller Trauer". Bei dem Feuer kamen 40 Menschen ums Leben, 116 weitere Menschen wurden verletzt. Die Hälfte der Todesopfer war minderjährig; das jüngste Todesopfer war erst 14 Jahre alt, das älteste 39. Mittlerweile sind alle Todesopfer und Verletzten identifiziert. Am Montagabend wurden noch 83 Verletzte in Krankenhäusern behandelt, viele davon mit schweren Verbrennungen. Gegen die Morettis wird wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung, fahrlässigen Körperverletzung und fahrlässigen Brandstiftung ermittelt. Die Ermittlungen konzentrieren sich nun unter anderem auf die Frage, ob die Schaumstoffdämmung an der Kellerdecke den Brandschutzvorschriften entsprach. Auch die Frage, wie gut die Gemeinde die Sicherheitsvorkehrungen überprüft hat, wird untersucht.