Datum07.01.2026 08:34
Quellewww.zeit.de
TLDRKatrin Skirlo, die neue Landesleiterin des DGB Sachsen-Anhalt, fordert gezielte Maßnahmen zur Erhaltung von Arbeitsplätzen, insbesondere in der Chemie- und Automobilbranche. Sie betont die Notwendigkeit von Industriepolitik, Investitionen und bezahlbarer Energie. Zudem kritisiert sie den Rückgang der Tarifbindung in der Region und fordert eine stärkere Verantwortung der Arbeitgeber. Aktuell liegt die Tarifbindung bei 22 Prozent bei Betrieben und 43 Prozent bei Beschäftigten, ein Rückgang seit 2015. Arbeitsmarktdrehscheiben sollen Arbeitsplatzverlusten entgegenwirken.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Bericht“. Lesen Sie jetzt „Interview mit Gewerkschafterin: Wie Arbeitsplätze erhalten?“. Die neue Landesleiterin des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) für Sachsen-Anhalt verlangt Unterstützung für Unternehmer, um Arbeitsplatzverluste im großen Stil zu verhindern. "Wir brauchen dafür eine gezielte Industriepolitik mit Investitionen, die den Transformationsprozess absichern. Energie muss wieder bezahlbar werden und Unternehmen brauchen Planungssicherheit", sagte Katrin Skirlo im Interview mit der "Mitteldeutschen Zeitung". "Wir wollen auch Arbeitsmarktdrehscheiben unterstützen, um Arbeitnehmern, denen der Stellenverlust droht, umgehend wieder einen gleichwertigen Arbeitsplatz zu vermitteln", ergänzte sie. Skirlo ist seit Anfang Dezember die Leiterin des DGB in Sachsen-Anhalt. Derzeit wird in Sachsen-Anhalt etwa um Chemie-Standorte und damit verbundene Arbeitsplätze gebangt. Auch Zulieferer für die Automobilbranche haben zu kämpfen. Gleichzeitig kritisierte Skirlo im Interview, dass sich Arbeitgeber zu oft aus der Verantwortung zögen. "In Sachsen-Anhalt merken wir das zum Beispiel am starken Rückgang der Tarifbindung. So kann es aus unserer Sicht nicht weitergehen", erklärte Skirlo. In Sachsen-Anhalt lag die Tarifbindung bei Betrieben 2024 bei 22 Prozent, bei den Beschäftigten bei 43 Prozent. 2015 lagen die Quoten bei Betrieben noch bei 26 und bei den Beschäftigten bei 53 Prozent, wie aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion im Landtag vom November hervorgeht. © dpa-infocom, dpa:260107-930-507752/1