Selenskyj warnt trotz Fortschritten vor bestehendem Territorialstreit mit Russland

Datum07.01.2026 07:39

Quellewww.spiegel.de

TLDRPräsident Selenskyj warnt nach dem Gipfel in Paris vor ungelösten Territorialfragen mit Russland, trotz Fortschritten in Bezug auf Sicherheitsgarantien und Verhandlungen über einen Waffenstillstand. Die "Koalition der Willigen" einigte sich auf rechtlich bindende Zusagen, während die USA auf die Abzugsforderungen an die Ukraine drängen. Moskau kündigte die militärische Eroberung der umstrittenen Gebiete an, während Deutschland eine Beteiligung der Bundeswehr an einer Friedenssicherung in Aussicht stellte. Die Gespräche zwischen den Unterstützern der Ukraine sollen fortgesetzt werden.

InhaltBeim Gipfel in Paris versprechen die Partner der Ukraine dem Land Sicherheitsgarantien – bis hin zu Bodentruppen. Präsident Selenskyj sieht dennoch ein ungelöstes Problem: Russlands Anspruch auf die Ostukraine. Die "Koalition der Willigen" einigt sich auf Sicherheitsgarantien für die Ukraine, Verhandlungen über einen Waffenstillstand sind auf dem Weg. Doch trotz der Fortschritte bei den Gesprächen über einen Frieden für die Ukraine gibt es nach Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj noch ungeklärte Punkte. Territorialfragen seien nicht zu 100 Prozent gelöst, sagte Selenskyj nach einem Treffen der Ukraine-Unterstützer in Paris. Ukrainische Unterhändler sollten deshalb vor Ort bleiben und die Gespräche fortsetzen. Nach dem Treffen in Paris gebe es mehr Klarheit, welches Land welchen Beitrag leisten könne, sagte Selenskyj. An den Sicherheitsgarantien müsse die Koalition noch arbeiten. Die Zusagen sollten rechtlich bindend sein. Er dankte dafür, dass die USA bereit seien, sich am Monitoring eines Waffenstillstands zu beteiligen. Eine Abschreckung Russlands von weiterer Aggression sei ein wichtiger Teil des Schutzes für die Ukraine. Mehr über das Pariser Treffen und die deutschen Pläne für die Ukraine lesen Sie hier  . Bei dem Streit über das Territorium geht es darum, ob die Ukraine – wie von Moskau gefordert – ihre Truppen vollständig aus den Gebieten Donezk und Luhansk im Osten abzieht. Die USA drängen Kyjiw dazu, weil sonst ein Frieden mit Russland nicht zu erreichen sei. Die Ukraine lehnt dies ab. Moskau hat zuletzt erklärt, man werde diese Territorien ohnehin militärisch erobern. Zuletzt hatte sich die Koalition der Willigen auf eine internationale Schutztruppe zur militärischen Absicherung eines möglichen Waffenstillstands in der Ukraine geeinigt. Bei einem Treffen in Paris unterzeichneten Frankreich, Großbritannien und die Ukraine eine Erklärung, die dem Einsatz ausländischer Truppen in dem angegriffenen Land eine Grundlage gibt. Für Deutschland stellte Bundeskanzler Friedrich Merz am Dienstag erstmals die Beteiligung der Bundeswehr an einer Friedenssicherung in Aussicht – nicht in der Ukraine selbst, aber auf Nato-Boden nahe der Grenze. Ein grundsätzliches Problem der europäischen Planungen bleibt: Moskau lehnt ausländische Truppen, vor allem aus Nato-Staaten, in der Ukraine strikt ab. An den Beratungen in Paris waren Vertreter aus 35 Ländern beteiligt, darunter 27 Staats- und Regierungschefs. Auch der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj und Nato-Chef Mark Rutte nahmen an dem Gipfel teil. Für die USA kamen der US-Sondergesandte Steve Witkoff und Jared Kushner, Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump.