Datum07.01.2026 06:56
Quellewww.spiegel.de
TLDRKurz vor der Einweihung der "Arrow 3"-Radaranlage in Brandenburg wurden drei unbekannte Drohnen über dem Gelände gesichtet, die möglicherweise zur Ausspähung eingesetzt wurden. Die Bundeswehr konnte die Drohnen jedoch nicht abschießen, trotz des Einsatzes eigener Abwehrmittel. Ein interner Bericht belegt, dass dies bereits der zweite Vorfall dieser Art ist. Die Bundeswehr hat den Militärischen Abschirmdienst und die Polizei informiert und eine Strafanzeige gestellt. Das Raketenabwehrsystem soll bis 2030 in Deutschland einsatzbereit sein.
InhaltKurz bevor eine sensible "Arrow"-Radaranlage in Brandenburg eingeweiht wurde, sind unbekannte Drohnen über das Gelände geflogen. Die Bundeswehr vermutet eine "beabsichtigte Ausspähung" – konnte das Gerät aber nicht vom Himmel holen. Drohnen eines "unbekannten Typs" sollen einen Standort der Bundeswehr ausgespäht haben – ohne dass die Truppe die Objekte vom Himmel holen konnte. Das melden der WDR und der NDR unter Berufung auf einen Bundeswehrbericht. Demnach geschah der Vorfall am Standort Annaburger Heide in Brandenburg, dem neuen Standort des Raketenabwehrsystems "Arrow 3". Die Drohnen sollen den Standort Anfang Dezember vergangenen Jahres überflogen haben, nur wenige Tage bevor "Arrow 3" dort feierlich eingeweiht wurde. Mit dem System, das sonst neben Deutschland nur Israel und die USA besitzen, sollen anfliegende Raketen schon in großen Höhen zerstört werden, sogar außerhalb der Erdatmosphäre – etwa russische Interkontinentalraketen. Bis 2030 soll es hierzulande voll einsatzbereit sein, mit zwei weiteren Standorten in Schleswig-Holstein und Bayern. Lesen Sie hier mehr über das neuartige Raketensystem . Laut dem internen Bericht wurden am 1. Dezember gegen 16:40 Uhr insgesamt drei verdächtige Drohnen eines "unbekannten Typs" identifiziert, die in rund 100 Metern Höhe über der Radaranlage des Waffensystems gekreist haben sollen. Mit einer eigenen entsendeten Drohne konnte die Bundeswehr eine der drei unmittelbar filmen. Mit einem Sturmgewehr mit spezieller Zieloptik versuchten Soldaten anschließend, diese Drohne abzuschießen – ohne Erfolg. "Die Drohne konnte nicht durch die eingesetzten Drohnenabwehrmittel bekämpft werden", so liest es sich im Bundeswehrbericht. "Anschließend verschob sich die Drohne und entzog sich der Sicht." Über mögliche Tatverdächtige wird in dem Bericht nicht gemutmaßt. Die Feldjäger sowie der Militärische Abschirmdienst (MAD) wurden über den Vorfall informiert. Zudem wurde Strafanzeige bei der Polizei gestellt. Ein Zufall dürfte die Drohnensichtung kaum sein. Laut Bundeswehrbericht handelt es sich um den zweiten verdächtigen Drohnenüberflug über der Brandenburger "Arrow"-Anlage. Die Truppe vermutet im Bericht eine "beabsichtigte Ausspähung".