Datum07.01.2026 05:15
Quellewww.spiegel.de
TLDRHessen plant, die Schonzeit für Waschbären abzuschaffen, um die Population und ihre negativen Auswirkungen auf die Natur und Infrastruktur zu kontrollieren. Eine entsprechende Änderung der Jagdverordnung soll bis zum 1. April in Kraft treten. Aktuell sind in Hessen mindestens 120.000 Waschbären geschätzt; 41.147 wurden im Jagdjahr 2024/2025 erlegt. Die Regierungsentscheidung zielt darauf ab, effektive Maßnahmen zur Minimierung von Problemen mit Waschbären zu ermöglichen, insbesondere in Nordhessen und urbanen Gebieten, wo die Dichte hoch ist.
InhaltDen Waschbären soll es demnächst an den Pelz gehen: Hessen plant, die Schonzeit abzuschaffen. Besonders in Nordhessen sind die Tiere weitverbreitet. Die Landesregierung möchte daher neue Jagdregeln durchsetzen. Die Pläne der schwarz-roten Landesregierung zur Abschaffung der Schonzeit für Waschbären in Hessen schreiten voran. Die entsprechende Verordnung zur Änderung der hessischen Jagdverordnung soll nach Angaben des hessischen Landwirtschafts- und Jagdministeriums in diesem Jahr in Kraft treten. Die Landesregierung wolle damit "bessere und wirksame Möglichkeiten schaffen, um bestehende Probleme mit Waschbären möglichst zielgerichtet zu minimieren". Derzeit gilt für erwachsene Waschbären in Hessen eine Schonzeit von März bis Ende Juni. Gemäß dem Koalitionsvertrag soll die Hessische Jagdverordnung dahingehend geändert werden, dass die Schonzeit für Fuchs und Waschbär aufgehoben wird, unter Berücksichtigung des Elterntierschutzes. Ein entsprechender Entwurf werde innerhalb der Landesregierung abgestimmt und solle rechtzeitig zum Beginn des nächsten Jagdjahres am 1. April in Kraft treten. Dem Ministerium zufolge gehen Schätzungen von mindestens 120.000 Waschbären in Hessen aus. Die Tiere seien ein Grund für die Gefährdung heimischer Arten. Neben den negativen Auswirkungen auf die Natur und Artenvielfalt seien auch Schäden an der Infrastruktur möglich und kämen häufig vor. Im Jagdjahr 2024/2025 sind nach Angaben des Landesjagdverbands (LJV) Hessen im Bundesland 41.147 Waschbären bei der Jagd getötet worden. "Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr einer weiteren Steigerung von mehr als zehn Prozent", sagte Pressesprecher Markus Stifter. Aus Jagdstrecken unmittelbar auf die Populationsentwicklung zu schließen, sei zwar stets mit Unsicherheiten verbunden, denn die Strecken würden durch Faktoren wie Jagdzeiten, Witterungsbedingungen oder die Intensität der Bejagung beeinflusst: "Unter der Annahme, dass die Jagdintensität im Grundsatz konstant geblieben ist, lassen die weiter steigenden Jagdstrecken jedoch darauf schließen, dass sich der Waschbär in Hessen weiterhin ausbreitet", sagte Stifter. Die größten Dichten erreicht der Waschbär laut dem Ministerium in städtischen Gebieten, wo die Jagdmöglichkeiten beschränkt sind. Waschbären seien in Nordhessen sehr verbreitet. Häufige Vorkommen gebe es zudem im Vogelsberg- und im Main-Kinzig-Kreis.