Bauprojekte 2026: Abriss, Neubau, grüne Fassaden: Frankfurts neue Stadtteile

Datum07.01.2026 04:00

Quellewww.zeit.de

TLDRFrankfurt steht 2026 vor bedeutenden Veränderungen durch mehrere neue Bauprojekte. Im Zentrum entstehen mit dem Hochhaus-Areal "Four" vier Türme, darunter ein 233 Meter hoher und ein Fünf-Sterne-Hotel. Das leerstehende Kraftwerk-Skelett wird abgerissen, um Platz für 1.200 Mietwohnungen, darunter studentische Wohnheime, zu schaffen. Im Allerheiligenviertel werden gemischte Quartiere entwickelt, während ein neuer Stadtteil östlich der A5 geplant wird. Besondere Projekte umfassen grüne Fassaden und vielfältige öffentliche Einrichtungen.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Bauprojekte 2026“. Lesen Sie jetzt „Abriss, Neubau, grüne Fassaden: Frankfurts neue Stadtteile“. Frankfurt ist immer im Wandel - 2026 könnte sich die Stadt aber so stark verändern, wie schon lange nicht mehr. Mehrere große neue Quartiere entstehen, darunter ein Hochhaus-Areal in der Innenstadt, das mit vier neuen Türmen die Skyline verändert.  Kurz vor der Fertigstellung steht das Hochhausquartier "Four" in der Nähe der Hauptwache. Der höchste der vier Türme ist 233 Meter, der kleinste 100 Meter hoch. Der Platz und die Wege dazwischen ist schon fertig, die meisten Gewerbeflächen stehen aber noch leer.  In Turm 1 entsteht eine zweigeschossige Markthalle - Projektentwickler Groß & Partner verspricht "eine außergewöhnliche Kulinarik-Destination im Herzen der Stadt". Der Supermarkt in Turm 2 hat bereits geöffnet. In Turm 3 empfängt das Fünf-Sterne-Hotel "Kimpton am Main" schon Gäste. Drei Lokale in dem Komplex stehen auch Nicht-Gästen offen: die Brasserie "Anni" Richtung Innenhof, das Café "May" im Eingangsfoyer zur Straße und die Rooftop-Bar "Lazuli".  Eine Brücke verbindet zwei der Türme - dort soll ein Fitnessstudio einziehen. In den Türmen 1 und 4 sind die meisten Flächen Büros. Zu den Ankermietern gehört die Wirtschaftskanzlei Freshfields. In den Türmen 2 und 3 gibt es auch Wohnraum. Die teuerste Wohnung (4 Zimmer, 135 Quadratmeter) wird für 3,2 Millionen Euro angeboten.  Wer auf der A661 fährt, blickt an der Grenze zwischen Frankfurt und Offenbach seit Jahren auf drei riesige Hochhaus-Skelette. Die Türme gehörten früher der Siemens-Tochter Kraftwerk Union (KWU) und stehen seit rund 20 Jahren leer. Das Areal wechselte mehrfach den Besitzer, aber bis heute wurde keiner der vielen Pläne verwirklicht. Einer der Vorbesitzer entkernte die Gebäude, sodass nur die Betonstruktur stehen blieb. 2026 sollen die Türme nun fallen: Die städtische Frankfurter Wohnungsbaugesellschaft ABG hat das Areal gekauft und will im Frühjahr mit dem Abriss beginnen.  Bis 2029 sollen im "Kaiserquartier" knapp 1.200 Mietwohnungen entstehen. Knapp ein Drittel der Fläche sei vorgesehen als Wohnheim für Studentinnen und Studenten, zehn Prozent der Fläche werde geförderter Wohnraum für Menschen mit geringem Einkommen. Dazu sollen Büroflächen, eine Kita und ein Parkhaus kommen. Die ABG will nach eigenen Angaben mehr als 500 Millionen Euro investieren. Das Allerheiligenviertel hinter der Konstabler Wache hat nicht gerade den besten Ruf. Zwischen Rotlicht, verkehrsbelasteten Straßen und in die Jahre gekommenen Hotels sind neue Gebäude entstanden, bei denen 2026 der Innenausbau folgen soll. Auch hier entsteht ein gemischtes Quartier mit Wohnungen, Gastronomie, Einzelhandel und einem Hotel. Neu ist zudem die Straße Am Städelshof, die es auf dem Frankfurter Stadtplan bisher nicht gab, weil das Baufeld zuvor flächendeckend bebaut war.  Ein besonderer Blickfang entsteht mit der grünen Fassade des Hotels "Ruby": Der "Vertical Garden" ist bereits montiert und soll im Frühjahr bepflanzt werden, wie ein Sprecher der Ort-Group ankündigt, die für das Projekt verantwortlich ist. Die Vermietung der rund 300 Wohnungen soll im April beginnen. In der zweiten Jahreshälfte soll das "Main Yard" fertig sein.  Für zwei weitere Großprojekte hat das Frankfurter Stadtparlament Ende 2025 die Weichen gestellt: Östlich der A5 soll ein neuer Stadtteil entstehen, die A661 soll bei Bornheim mit einem grünen Deckel überbaut werden. Von beidem wird 2026 aber noch nichts zu sehen sein. Konkret haben die Stadtverordneten nur beschlossen, mit den Planungen zu beginnen. Für die 1.300 Meter lange Einhausung wird das Planfeststellungsverfahren eingeleitet. Für den "Stadtteil der Quartiere" wurde eine "städtische Entwicklungsmaßnahme" beschlossen. Auf dieser Grundlage können nun die ersten Bebauungspläne ausgearbeitet werden. © dpa-infocom, dpa:260107-930-507175/1