Datum06.01.2026 19:17
Quellewww.spiegel.de
TLDRNach dem US-Angriff auf Venezuela, bei dem 32 kubanische Leibwächter Nicolás Maduros starben, hat Kuba eine zweitägige Staatstrauer angeordnet. Die Kommunistische Partei pries die Gefallenen als Helden, die ihrer Pflicht nachkamen. Der Angriff führte zur Entführung Maduros, der in New York wegen Drogendelikten vor Gericht gestellt werden soll. US-Außenminister Rubio bezeichnete Kuba als großes Problem und deutete an, dass zukünftige Maßnahmen gegen das Regime geplant sein könnten. Die Beziehungen zwischen Kuba und den USA sind seit langem angespannt.
InhaltEs war das erste Gefecht seit Ende des Kalten Krieges zwischen beiden Ländern: Die US-Armee hat bei der Entführung von Nicolás Maduro auch 32 seiner kubanischen Leibwächter getötet. Sie fielen "nach hartem Widerstand", erklärt die Kommunistische Partei. Nicolás Maduro hat eine enge Verbindung mit Kuba, dort sogar eine Zeit lang in Havanna gelebt. Als er noch in Caracas lebte, hat er seinen persönlichen Schutz Spezialisten aus Kuba anvertraut. Was lange ein Gerücht war, ist nun bestätigt worden. Der Grund: 32 von ihnen sind bei dem US-Angriff auf Venezuela gefallen. Die Folge: Kubas Kommunistische Partei hat eine zweitägige Staatstrauer angeordnet; seit Montag werden die Flaggen vor öffentlichen Gebäuden und Militärstützpunkten auf halbmast gesetzt, öffentliche Feiern sind während dieser Zeit untersagt. Nach Angaben der regierenden Kommunistischen Partei Kubas waren die Geheimdienstagenten auf Bitten der venezolanischen Behörden in das südamerikanische Land entsandt worden. Unter anderem sollen sie dabei helfen, Soldaten der Streitkräfte auf Linie zu halten. "Getreu ihrer Verantwortung für Sicherheit und Verteidigung erfüllten unsere Landsleute würdig und heldenhaft ihre Pflicht und fielen nach hartem Widerstand im direkten Kampf gegen die Angreifer oder infolge der Bombardierung der Einrichtungen", hieß es nun in einer offiziellen Mitteilung. Die USA hatten in der Nacht auf Samstag eine Reihe von Zielen in Venezuela angegriffen, den autoritären Präsidenten Maduro gefangen genommen und außer Landes gebracht. Ihm soll in New York wegen Drogendelikten der Prozess gemacht werden. US-Außenminister Marco Rubio bezeichnete die Regierung in Kuba als anschließend "riesiges Problem"". Das sagte er im US-Sender NBC News auf die Frage, ob nach dem US-Angriff auf Venezuela nun ein Einsatz gegen Kuba folgen werde. Zwar wolle er nicht über zukünftige Schritte der US-Regierung mit Blick auf Kuba sprechen. "Aber ich denke, es ist kein Geheimnis, dass wir keine großen Fans des kubanischen Regimes sind." Dieses habe Venezuelas entmachteten Staatschef Maduro unterstützt, sagte Rubio weiter. Kuba wird seit dem Sieg der Revolution 1959 autoritär regiert. Die Kommunistische Partei kontrolliert Staat, Wirtschaft und Gesellschaft. Andere Parteien sind auf der sozialistischen Karibikinsel nicht zugelassen. Nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten sind über 1.000 politische Gefangene in Haft. Die Beziehungen zwischen Havanna und Washington sind seit Jahrzehnten angespannt – Schritte zu einer vorsichtigen Annäherung unter US-Präsident Barack Obama hat Donald Trump wieder rückgängig gemacht.