Koalitionskrise: Brandenburgs BSW wirft SPD nach Bruch Verrat an Wählern vor

Datum06.01.2026 16:08

Quellewww.zeit.de

TLDRNach dem Bruch der Koalition in Brandenburg wirft das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) der SPD Verrat an den Wählern vor. BSW-Chefin Benda kritisierte, dass die SPD Abgeordnete ihres Koalitionspartners aufnimmt, um eine nicht gewählte Regierung zu bilden. Ministerpräsident Woidke erklärte die Koalition für gescheitert, nachdem drei Abgeordnete das BSW verlassen hatten. Woidke plant eine Minderheitsregierung und erwägt ein Bündnis mit der CDU. Der BSW-Landesvorstand wird am Mittwoch beraten, wie es weitergeht.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Koalitionskrise“. Lesen Sie jetzt „Brandenburgs BSW wirft SPD nach Bruch Verrat an Wählern vor“. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) reagiert auf die Beendigung der Koalition in Brandenburg durch die SPD mit heftigen Attacken. "Es ist ein Affront, dass die SPD Abgeordnete ihres Koalitionspartners ohne Scham aufnimmt, um dann eine Regierung zu bilden, die nicht gewählt wurde", sagte Benda. "Das ist Verrat an den Wählern." Sie warf der SPD vor, auf das Ende hingearbeitet zu haben: "Seit Monaten haben Kräfte in der SPD offenbar an diesem Bruch gearbeitet." Die BSW-Landesvorsitzende verteidigte den Kurs ihrer Partei. "Wir als BSW haben uns stets vertragskonform verhalten und uns dabei dennoch mutig für unsere Inhalte eingesetzt", sagte Benda. "Die Reibung in der Koalition und innerhalb der Fraktion entstand nicht dadurch, dass das BSW nicht regierungsfähig ist. Sie entstand dadurch, dass wir auch nach der Wahl für das streiten, wofür wir gewählt wurden und was auch Eingang in den Koalitionsvertrag gefunden hat." Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hatte die bundesweit einzige SPD/BSW-Koalition nach langem internen Streit in der BSW-Landtagsfraktion für gescheitert erklärt. Die BSW-Fraktion war nach dem Austritt von drei Abgeordneten zerbrochen. Damit war auch die Zwei-Stimmen-Mehrheit der bisherigen Koalition nicht mehr vorhanden. Das BSW hatte sich zuvor geweigert, auf Forderung der SPD ein Bekenntnis zur Koalition von allen bisher 14 Landtagsabgeordneten abzugeben. Woidke will zunächst mit einer Minderheitsregierung weitermachen und strebt ein Bündnis mit der CDU an. Die Landeschefin zeigte sich offen für die weitere Arbeit an gemeinsam geplanten Projekten. "Wenn die SPD geklärt hat, ob sie eine Minderheitenregierung will, steht das BSW bereit für einen anständigen Vergabemindestlohn, Tariftreue, ein Windkraftmoratorium, eine Corona-Amnestie und eine Abschaffung des Verfassungstreue-Checks", sagte sie. Am Mittwoch berät der BSW-Landesvorstand. Benda sagte der "Märkischen Allgemeinen" (Dienstag/online), dabei werde auch darüber beraten, dass die beiden geschäftsführenden Minister Britta Müller (Gesundheit) und Detlef Tabbert (Verkehr) noch das BSW-Parteibuch haben. © dpa-infocom, dpa:260106-930-505775/1