Datum06.01.2026 16:02
Quellewww.zeit.de
TLDRDer Rettungshubschrauber "Christoph 77" in Mainz ist seit Jahresbeginn rund um die Uhr im Einsatz, was die Notfallversorgung verbessert. Innenminister Michael Ebling betont, dass die Erweiterung auf nächtliche Flüge insbesondere bei zeitkritischen medizinischen Notfällen wichtig ist. Die Entscheidung basiert auf einer Analyse von rund 400 nächtlichen Einsätzen. Oppositionsführer Gordon Schnieder fordert jedoch eine flexible Anpassung der Einsatzzeiten an den tatsächlichen Bedarf zur besseren Abdeckung ländlicher Gebiete, während der ADAC die bestehende Planung lobt.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Notfallversorgung“. Lesen Sie jetzt „Hilfe aus der Luft - jetzt auch nachts“. Der in Mainz stationierte Rettungshubschrauber "Christoph 77" ist seit Jahresbeginn rund um die Uhr im Einsatz - und nicht mehr nur bis 22 Uhr. Dreimal sei er in den Nachtstunden bereits im Einsatz gewesen, sagte der Geschäftsführer der ADAC Luftrettung GmbH, Frédéric Bruder, am sechsten Tag der neuen Regelung in Mainz. "Mit der Ausweitung des Flugbetriebs stärken wir eine moderne Notfall- und Intensivmedizin", sagte Innenminister Michael Ebling (SPD). Die Landesregierung reagiere damit auch auf eine veränderte Krankenhauslandschaft mit längeren Wegen und mehr spezialisierten Kliniken. "Gerade bei zeitkritischen Krankheitsbildern kann die Luftrettung nachts entscheidende Zeitgewinne ermöglichen", sagte Ebling. Dies seien neben Unfallverletzungen vor allem Schlaganfälle, bestimmte Herzinfarkte, Schädel-Hirn-Traumata und Verbrennungen. Nach dem ersten Halbjahr solle analysiert werden, ob auch an einem anderen der insgesamt fünf Standorte - wie etwa in der Pfalz - ein Rettungshubschrauber rund um die Uhr im Einsatz sein wird. Grundlage für die Ausweitung der Flugzeiten von "Christoph 77" in Mainz seien die Einsatzdaten in den Nachtstunden 2024 gewesen: Rund 400 Einsätze über eine Entfernung von mehr als jeweils 35 Kilometern. Ein einziger Rettungshubschrauber werde nicht reichen, um die große Fläche von Rheinland-Pfalz abzudecken und die ländlichen Gebiete schnell zu versorgen, kritisierte Oppositionsführer Gordon Schnieder (CDU). "Deshalb sollte die Einsatzzeiten aller Hubschrauber-Standorte flexibel an den tatsächlichen Bedarf angepasst werden." Bruder vom ADAC sagte dagegen, Rheinland-Pfalz falle innerhalb der 14 Bundesländer mit ADAC-Luftrettung besonders positiv aus, weil die Landesregierung nicht einfach auf immer mehr setze, sondern den Bedarf genau analysiere und darauf reagiere. Zudem hole sie die Krankenkassen als Kostenträger von Anfang an mit ins Boot. © dpa-infocom, dpa:260106-930-505717/1