Datum19.10.2025 14:58
Quellewww.spiegel.de
TLDRTennisprofi Alexander Zverev kontert die jüngste Kritik von Boris Becker und wirft ihm Aufmerksamkeitsdefizit vor. Becker bezeichnete Zverev als "Sorgenkind" und kritisierte seine Weigerung zu personellen Veränderungen im Trainerteam. Zverev, der mit gesundheitlichen und mentalen Problemen kämpft, sieht seine derzeitige Form als enttäuschend an, bleibt jedoch optimistisch für kommende Turniere. Trotz der öffentlichen Meinungsverschiedenheiten schließt Zverev eine Teilnahme am Davis-Cup nicht aus und hofft auf eine Rückkehr zu guter Spielstärke.
InhaltDas Tennisjahr war für Alexander Zverev schwierig, nun schießt auch noch Boris Becker gegen den deutschen Profi. Zverev lässt sich das jedoch nicht gefallen und wirft Becker ein Aufmerksamkeitsdefizit vor. Braucht Alexander Zverev ein neues Umfeld? Einen Trainer, der nicht aus der eigenen Familie stammt? Kaum ein deutscher Sportler ruft so viele Ferndiagnosen hervor wie er. Jeder weiß, was Tennisstar Zverev angeblich fehlt, um endlich den letzten Schritt zum Grand-Slam-Titel zu machen. Einer besonders: Boris Becker. Und einer, den das zunehmend nervt, ist Alexander Zverev selbst. Das Ergebnis: ein schwelender Zwist auf offener Tennisbühne. Zverev hat nun bissig auf die neuerliche Kritik von Tennislegende Becker reagiert. "Ich glaube, dass er sich relativ wenig Sorgen um mich macht, um ehrlich zu sein. Ich glaube, dass er so ein bisschen nach Aufmerksamkeit sucht, und die bekommt er über mich", sagte der 28-Jährige im Interview der "Bild am Sonntag" . "Das ist leider so. Aber das ist mir inzwischen latte." Becker hatte den gebürtigen Hamburger im gemeinsamen Podcast mit Ex-Tennisspielerin Andrea Petković zuletzt zum wiederholten Mal kritisiert, ihn unter anderem als "Sorgenkind" bezeichnet. "Weltspitze sieht anders aus", hatte Becker gesagt. Zudem hatte der 57-Jährige seine Kritik erneuert, dass sich Zverev gegen eine personelle Veränderung in seinem Umfeld sträube. Traditionell wurde Zverev bisher hauptsächlich von seinem Vater Alexander Zverev Senior trainiert, ebenso ist sein Bruder Mischa als Manager und Ratgeber eng eingebunden. Zuletzt hatten einige in der Szene auf eine Zusammenarbeit zwischen Becker und Zverev gehofft. Der deutsche Ex-Profi hatte immerhin Rekordspieler Novak Djokovic zu sechs seiner 24 Grand-Slam-Titel geführt. Doch nach dem aktuellen Wortgefecht scheint eine solche Verbindung schwer vorstellbar. Für Zverev verläuft das Jahr bisher enttäuschend. Der Weltranglistendritte zeigte sich deshalb zuletzt extrem selbstkritisch. Er hat aber auch immer wieder mit gesundheitlichen Rückschlägen zu kämpfen, vor allem mit Rückenproblemen. Außerdem sprach er in dieser Saison über mentale Probleme. Beim hoch dotierten Showturnier in Saudi-Arabien, das der Italiener Jannik Sinner im Finale gegen den Spanier Carlos Alcaraz gewann, scheiterte Zverev unter der Woche bereits in seinem Auftaktmatch an US-Profi Taylor Fritz. "Aber es wird alles, und ich bin voller Zuversicht, dass ich meine Form wiederfinden und wieder gutes Tennis spielen werde", sagte Zverev. Er habe in Saudi-Arabien immerhin gut trainiert. "Und jetzt kommen ja Turniere, die ich ganz gern mag in der Halle, mit Wien und Paris, wo ich vergangenes Jahr gewann. Ich glaube, dass ich da wieder gutes Tennis spielen kann." Zverev plädiert zwar weiter für eine längere Pause im Turnierkalender am Jahresende. Einen Start für das deutsche Team bei der Davis-Cup-Endrunde im italienischen Bologna Mitte November schloss er aber nicht aus.