Gesundheit: US-Regierung senkt Zahl der für Kinder empfohlenen Impfungen

Datum06.01.2026 02:14

Quellewww.zeit.de

TLDRDie US-Regierung unter Präsident Trump hat die Impfempfehlungen für Kinder drastisch reduziert, künftig werden nur noch Impfungen gegen elf schwerwiegende Krankheiten empfohlen. Kritiker, einschließlich des US-Berufsverbands der Kinderärzte, betrachten diese Entscheidung als gefährlich. Zuvor waren 17 Impfungen vorgesehen, darunter solche gegen Hepatitis und Meningokokken. Die Überarbeitung orientierte sich an internationalen Vergleichsdaten. Trotz der neuen Empfehlungen können Eltern weiterhin alle Impfungen für ihre Kinder in Anspruch nehmen, die Kosten werden von Krankenkassen übernommen.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Gesundheit“. Lesen Sie jetzt „US-Regierung senkt Zahl der für Kinder empfohlenen Impfungen“. US-Präsident Donald Trumps Regierung rät künftig zu deutlich weniger Impfungen für Kinder als bislang. Die Impfempfehlung solle nur noch für die elf "schwerwiegendsten und gefährlichsten Krankheiten" gelten, teilte Trump auf seiner Plattform Truth Social mit. "Eltern können ihren Kindern weiterhin alle Impfungen verabreichen lassen, falls gewünscht", schrieb Trump weiter. Die Kosten dafür würden weiter von den Krankenkassen übernommen. Bis Ende 2024 waren laut Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC noch 17 Immunisierungen für Kinder vorgesehen. Zu den Impfungen, die nun nicht mehr allgemein empfohlen werden, gehören jene für Rotaviren, Hepatitis A, Hepatitis B, RSV-Infektionen, Meningokokken B und Meningokokken ACWY. Das ging aus einer Übersicht der US-Gesundheitsbehörde CDC hervor.  Trumps Gesundheitsminister Robert Kennedy steht Impfungen sehr skeptisch gegenüber. Die Überarbeitung der Impfempfehlungen für Kinder war bereits Anfang Dezember angekündigt worden. Die Empfehlungen sollten dabei mit denen anderer Industrieländer verglichen werden. Zur Begründung hieß es, mit Impfungen gegen so viele Krankheiten nähmen die USA eine "Sonderstellung" im Vergleich zu anderen Industrienationen ein. Demnach sieht Deutschland Impfungen gegen 15 Krankheiten vor, in Dänemark sind es nur zehn.  Der US-Berufsverband der Kinderärzte (AAP) kritisierte die neuen, eingedampften Impfempfehlungen als "gefährlich und unnötig". Weiter hieß es: "Die Vereinigten Staaten sind nicht Dänemark, und es gibt keinen Grund, den dänischen Impfplan den amerikanischen Familien aufzuzwingen." Die Krankheitsrisiken und Gesundheitssysteme beider Länder würden sich "erheblich" voneinander unterscheiden. Wie die US-Gesundheitsbehörde CDC am Montag mitteilte, wurden bei der jüngsten Neubewertung 20 "vergleichbare Industrieländer" herangezogen. Weiterhin empfiehlt die Behörde nun noch in den USA Impfungen gegen:  Eltern könnten jederzeit mit ihren Kinderärzten über mögliche weitere Impfungen sprechen, hieß es. © dpa-infocom, dpa:260106-930-502515/1