Datum05.01.2026 18:19
Quellewww.spiegel.de
TLDRIn der Ostsee wird weiterhin der Schaden an einem Unterseekabel zwischen Lettland und Litauen untersucht. Ein zunächst verdächtiges Schiff wurde entlastet, da keine Hinweise auf eine Beteiligung gefunden wurden. Der Vorfall hat die Behörden beider Länder alarmiert und wirft Fragen zur Ursache auf, während in letzter Zeit ähnliche Schäden festgestellt wurden, die teilweise mit russischer Sabotage in Verbindung gebracht werden. Eine betroffene Verbindung kann bald repariert werden, teilt der Kabel-Betreiber Arelion mit.
InhaltDie Behörden in Litauen und Lettland ermitteln erneut wegen eines beschädigten Unterseekabels. Ein zunächst verdächtiges Schiff scheint wieder entlastet. Doch es ist nicht der erste Vorfall in den vergangenen Tagen. Nach dem erneuten Schaden an einem Kabel in der Ostsee herrscht weiterhin Rätselraten über die Ursache. Ein zunächst verdächtiges Schiff ist nach Angaben der lettischen Behörden nicht an dem Vorfall beteiligt gewesen. Bei den Untersuchungen an Bord seien keine Hinweise darauf gefunden worden, teilte die Polizei auf der Plattform X mit. Die Ermittlungen der Umstände des Vorfalls vor der Küste der Hafenstadt Liepaja laufen nun weiter. Auch die Behörden im Nachbarland Litauen ermitteln noch immer. Der Leiter der litauischen Notfallbehörde, Vilmantas Vitkauskas sagte am Montag, es sei noch zu früh, um eine Aussage über eine mögliche Beteiligung Russlands zu treffen. In lettischen Hoheitsgewässern war am Wochenende ein Schaden an einem Glasfaserkabel eines privaten Unternehmens entdeckt worden. Ermittler inspizierten daher am Sonntag das Schiff, das derzeit im Hafen von Liepaja liegt, und untersuchten den Anker. Sie prüften zudem die technische Ausrüstung und die Logbücher. Auch sei die Schiffsbesatzung befragt worden, die mit der Polizei kooperiert und freiwillig alle für die Ermittlungen notwendigen Informationen zur Verfügung gestellt habe. Die bislang gewonnenen Erkenntnisse deuteten demnach nicht auf eine Beteiligung des betreffenden Schiffes hin, hieß es in der Mitteilung. Lettlands Regierungschefin Evika Silina hatte am Sonntag erklärt, die Kommunikation in Lettland sei durch den Vorfall nicht beeinträchtigt. Der Kabel-Betreiber, das schwedische Unternehmen Arelion, teilte mit, die Reparaturarbeiten und Nachforschungen zur Ursache für die Beschädigung seien im Gange. Die beschädigte Verbindung könne je nach Wetterlage nächste oder übernächste Woche wiederhergestellt werden, meldete die lettische Nachrichtenagentur Leta unter Berufung auf den Kabel-Betreiber. Liepaja ist die drittgrößte Stadt Lettlands und liegt direkt an der Ostseeküste, nördlich der Grenze zu Litauen. Nach Angaben des nationalen Krisenzentrums des Nachbarlandes verläuft das Kabel von der litauischen Ortschaft Sventoji nach Liepaja. In jüngster Zeit sind immer wieder Kabel und Leitungen in der Ostsee beschädigt worden. Die Ursache dahinter ist jeweils unklar, doch in mehreren Fällen wird russische Sabotage vermutet. Zuletzt wurde ein Datenkabel zwischen Estland und Finnland beschädigt. Finnische Sicherheitskräfte übernahmen daraufhin das verdächtige Schiff.