Datum05.01.2026 16:28
Quellewww.spiegel.de
TLDRDer Deutsche Mieterbund (DMB) erklärt, dass Mieter bei Ausfällen von Strom und Heizung, auch durch Sabotage, das Recht auf Mietminderung haben, unabhängig vom Verschulden des Vermieters. Eine funktionierende Heiz- und Stromversorgung ist Voraussetzung für die Nutzbarkeit der Wohnung. Bei einem kompletten Ausfall im Winter kann die Mietminderung bis zu 100 Prozent betragen. Aktuell sind in Berlin Zehntausende Haushalte von einem Stromausfall betroffen, und Ermittlungen wegen eines Anschlags laufen. Mieter werden geraten, sich auf solche Notfälle vorzubereiten.
InhaltStrom und Heizung fallen aus und der Grund dafür ist eine technische Störung oder Sabotage? Auch wenn Vermieter nicht schuld sind: Deutschlands Dachorganisation sieht Verbraucher berechtigt, Miete teilweise einzubehalten. Wenn Strom oder Heizung ausfallen, können Verbraucherinnen und Verbraucher laut Mieterbund auch dann ihre Miete mindern, wenn dem Ausfall eine Sabotage zugrunde liegt. Die Wohnung müsse "so beschaffen sein, dass sie ihren Zweck erfüllen kann, und dazu gehört auch eine funktionierende Heizung und Stromversorgung", sagte die Präsidentin des Deutschen Mieterbundes (DMB), Melanie Weber-Moritz. Wenn die Versorgung im Winter ausfalle, "gleich ob durch äußere Einflüsse wie Sabotage oder technische Störungen", beeinträchtige das die Nutzung der Wohnung erheblich, sagte Weber-Moritz. Der Anspruch auf Mietminderung bleibe auch bestehen, "wenn die Vermieterinnen und Vermieter keinerlei Verschulden" am Ausfall treffe. Die Höhe der Mietminderung richtet sich den Angaben zufolge nach der Schwere der Beeinträchtigung. So könne ein kompletter Ausfall von Stromversorgung und Heizung im Winter je nach Dauer und den konkreten Umständen zu einer Mietminderung von bis zu 100 Prozent führen, teilte der Mieterbund mit. Mieterinnen und Mieter müssten den Mangel aber unverzüglich dem Vermietendem melden. In Berlin sind seit Samstagfrüh Zehntausende Haushalte von einem großflächigen Stromausfall betroffen. Am Sonntagabend waren nach Angaben des Netzbetreibers Stromnetz Berlin noch mehr als 30.000 Haushalte und rund 1700 Gewerbekunden in Nikolassee, Zehlendorf und Wannsee von der Stromversorgung abgeschnitten. Erst am Donnerstag sollte die Stromversorgung komplett wiederhergestellt sein (lesen Sie hier mehr dazu). In der Zwischenzeit laufen die Ermittlungen wegen eines Anschlags. Der Mieterbund riet dazu, sich für den Fall von Stromausfällen vorzubereiten und etwa mit Powerbanks oder einem Notstromaggregat vorzusorgen. Auch genügend Trinkwasser sowie Decken und Schlafsäcke für mögliche Heizungsausfälle sollten "vorrätig sein, um sich gegen die Kälte zu wappnen". Ein Vorrat lang haltbarer Lebensmittel sowie batteriebetriebene Taschenlampen und Radios zu Informationszwecken seien ebenfalls sinnvoll. Auf der politischen Ebene wird der Stromausfall für Kai Wegner zum Problem. Auch der Koalitionspartner geht auf Distanz. Lesen Sie hier mehr über die Folgen für Berlins Regierenden Bürgermeister.