Berlin: Generalstaatsanwaltschaft ermittelt nach Kabel-Brandanschlag

Datum05.01.2026 14:46

Quellewww.spiegel.de

TLDRNach einem Kabel-Brandanschlag in Berlin, der Zehntausende ohne Strom, Heizung und warmes Essen zurücklässt, hat die Generalstaatsanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Die Behörden vermuten linksextremistische Täter, die in einem Bekennerschreiben die Aktion als Protest gegen die fossile Energiewirtschaft rechtfertigen. Der Anschlag hat erhebliche Auswirkungen auf die Stromversorgung in der Hauptstadt und wird noch mehrere Tage spürbar sein. Die Generalstaatsanwaltschaft verweist auf die "besondere Bedeutung des Einzelfalls".

InhaltZehntausende Berliner sind immer noch ohne Strom, jetzt hat die Generalstaatsanwaltschaft die Ermittlungen zu dem Brandanschlag übernommen. Die Behörde begründet das mit der "besonderen Bedeutung des Einzelfalls." Tausende Menschen sind in Berlin derzeit noch immer ohne Strom, Heizung und warmes Essen. Die Folgen des Anschlags auf die Stromversorgung vom Samstag werden für die Hauptstadt noch tagelang zu spüren sein. Nach der Attacke auf wichtige Kabel nahe einem Kraftwerk im Berliner Südwesten steht für Politik und Behörden fest, dass es sich um einen politisch motivierten Anschlag handelt und mutmaßlich Linksextremisten dahinterstehen. Nun hat die Berliner Generalstaatsanwaltschaft die Ermittlungen übernommen – wie schon im Fall des rund 60-stündigen Stromausfalls in Berlin-Köpenick Mitte September, als etwa 50.000 Stromkunden betroffen waren. Ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft begründete die Entscheidung auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mit der "besonderen Bedeutung des Einzelfalls". Weitere Angaben zu den Ermittlungen machte der Sprecher zunächst nicht. Der Brandanschlag geht nach Einschätzung der Behörden auf das Konto von linksextremistischen Tätern. Ein bei den Behörden eingegangenes Bekennerschreiben ist laut Innensenatorin Iris Spranger (SPD) authentisch. Das lange Schreiben der "Vulkangruppe" trägt die Überschrift "Den Herrschenden den Saft abdrehen". "In der Gier nach Energie wird die Erde ausgelaugt, ausgesaugt, verbrannt, geschunden, niedergebrannt, vergewaltigt, zerstört", hieß es dort. Das Gaskraftwerk in Lichterfelde sei "erfolgreich sabotiert" worden. "Stromausfälle waren nicht Ziel der Aktion, sondern die fossile Energiewirtschaft", hieß es in dem Schreiben. Wie die Menschen im Berliner Südwesten den Stromausfall erleben, lesen Sie hier.