Datum05.01.2026 12:18
Quellewww.zeit.de
TLDRNach einem verheerenden Brand in Crans-Montana, bei dem 40 Menschen starben und viele verletzt wurden, prüfen Skiorte in der Schweiz, insbesondere Adelboden und Lauterbrunnen, ihre Brandschutzvorkehrungen. Gastronomen sind aufgefordert, Fluchtwege zu sichern und brennbare Materialien zu entfernen. Schweizer Präsident Guy Parmelin betont, dass viele Betreiber künftig auf Pyrotechnik verzichten. Die Ursache des Feuers war eine Partyfontäne. Ein schwer verletztes Opfer wird in Berlin behandelt. Die Regierung reagiert auf die Notwendigkeit von Sicherheitsmaßnahmen in der Gastronomie.
InhaltAdelboden und Lauterbrunnen machen sich bereit für den Ski-Weltcup: Gastronomen sollen beim Brandschutz nachbessern. Verletzter aus Crans-Montana ist in Berliner Klinik. Nach dem verheerenden Brand in Crans-Montana werden in Schweizer Skiorten die Brandschutzvorkehrungen geprüft. Gastronomen in Adelboden und Lauterbrunnen wurden vor den Ski-Weltcuprennen der nächsten Wochenenden aufgefordert, für die Sicherheit der Fans zu sorgen, wie Lokalpolitiker dem Schweizer Radiosender SRF sagten. In Adelboden sollen die Lokale vor den Riesenslalom- und Slalomrennen am 10. und 11. Januar überprüft werden, sagte Gemeinderatspräsident Willy Schranz im Radio. Es gehe darum, zu schauen, "ob wir hier alles in Ordnung haben, damit nicht so etwas eintreffen kann", sagte er. Vom 16. bis 18. Januar finden Weltcuprennen in Wengen statt. Der Ort ist Teil der Gemeinde Lauterbrunnen. Gastronomen sollen selbst prüfen, ob Fluchtwege frei seien und ob unerlaubte brennbare Materialien in ihren Lokalen eingebaut seien, sagte Gemeinderatspräsident Karl Näpflin. Er warnte davor, in Lokalen mit Feuer und Kerzen zu hantieren. "Das wäre das Schlimmste", sagte er. Der Schweizer Präsident Guy Parmelin verwies im Sender SRF auf Berichte, wonach bereits viele Lokalbetreiber in der Schweiz beschlossen hätten, künftig auf Pyrotechnik in Innenräumen zu verzichten. Die Regierung müsse kein offizielles Verbot beschließen, "aber ich glaube, dass die notwendigen Lehren zum gegebenen Zeitpunkt daraus gezogen werden", sagte Parmelin. In der Silvesternacht waren im Skiort Crans-Montana 40 Menschen bei einem Brand in einer Bar ums Leben gekommen, 119 Personen wurden großteils schwer verletzt. Das Feuer wurde bisherigen Ermittlungen zufolge durch eine funkensprühende Partyfontäne ausgelöst. Gegen die Betreiber der Bar wurde eine Strafuntersuchung eröffnet. Eines der Opfer wird am Unfallklinikum in Berlin behandelt. Der 18-Jährige habe schwere Verbrennungen an Gesicht und Händen erlitten, er befinde sich dementsprechend in einem lebensbedrohlichen Zustand, sagte eine Kliniksprecherin der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Die Klinik sei ursprünglich davon ausgegangen, dass drei Opfer aus Crans-Montana nach Berlin kommen sollten. Nach jetzigem Stand werde es aber wohl bei dem 18-Jährigen bleiben, sagte die Sprecherin. Auch in anderen Kliniken in Deutschland werden Opfer aus dem Schweizer Skiort versorgt.