Datum05.01.2026 11:59
Quellewww.spiegel.de
TLDRIn Frankreich wurden zehn Personen verurteilt, die Verschwörungstheorien über Brigitte Macron, die Frau des Präsidenten, verbreitet hatten, darunter die Behauptung, sie sei als Mann geboren worden. Die Angeklagten, darunter acht Männer und zwei Frauen, erhielten Bewährungsstrafen zwischen vier und acht Monaten und mussten Sensibilisierungstrainings absolvieren. Brigitte Macron hatte rechtliche Schritte unternommen, um gegen die Belästigung vorzugehen. Die Verbreitung der Gerüchte belastete die Familie, die Macrons kämpfen auch in den USA gegen Verleumdung.
InhaltSeit Jahren kursiert das Gerücht, die französische Präsidentengattin sei als Mann geboren worden. Brigitte Macron hat sich dagegen gewehrt, und nun wurden mehrere Personen verurteilt. Abgeschlossen ist das Thema damit nicht. Ein Gericht in Paris hat zehn Personen dafür verurteilt, im Internet Verschwörungstheorien über Frankreichs First Lady Brigitte Macron verbreitet zu haben. Dazu gehörte die Behauptung, die Frau von Präsident Emmanuel Macron sei als Mann zur Welt gekommen oder pädophil. Das Gericht verurteilte alle Angeklagten, acht Männer und zwei Frauen im Alter von 41 bis 65 Jahren. Laut dem französischen Nachrichtensender TF1 Info wurden sie zu Bewährungsstrafen zwischen vier und acht Monaten sowie Sensibilisierungstrainings zum Thema Onlinemobbing verurteilt. Die Richter verwiesen auf "besonders erniedrigende, beleidigende und böswillige" Behauptungen über die Präsidentengattin. Diese sollen teils Zehntausende Male aufgerufen worden sein. Brigitte Macron hatte bereits am Sonntag gesagt, sie habe rechtliche Schritte eingeleitet, um "ein Zeichen zu setzen" im Kampf gegen Belästigung. Am Verfahren selbst hatte sie nicht teilgenommen. Ihre Tochter, Tiphaine Auzière, berichtete im Verfahren als Zeugin von einer "Verschlechterung" des Lebens ihrer Mutter. "Sie kann die fürchterlichen Dinge, die über sie gesagt werden, nicht ignorieren". Die Auswirkungen beträfen die gesamte Familie, einschließlich der Enkel Macrons. Die Angeklagte Delphine Jegousse, die unter dem Namen Amandine Roy bekannt ist und sich selbst als Medium und Autorin beschreibt, gilt als eine Schlüsselfigur bei der Verbreitung des Gerüchts, die 72-jährige Macron sei als Mann zur Welt gekommen. 2021 hatte sie dazu ein vierstündiges Video auf YouTube veröffentlicht. Jegousse erhielt nun eine sechsmonatige Haftstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Zu den weiteren Angeklagten gehören ein Politiker, ein Lehrer und ein Informatiker. Mehrere erklärten vor Gericht, ihre Kommentare seien als Humor oder Satire gedacht gewesen, und sagten, sie verstünden nicht, warum sie juristisch verfolgt würden. Der Fall folgt auf jahrelange Verschwörungstheorien, die fälschlicherweise behaupten, Brigitte Macron sei unter dem Namen Jean‑Michel Trogneux geboren worden – tatsächlich der Name ihres Bruders. Die Macrons haben außerdem in den USA eine Verleumdungsklage gegen die konservative Influencerin Candace Owens eingereicht. Die Macrons, die seit 2007 verheiratet sind, lernten sich an jenem Gymnasium kennen, an dem er Schüler und sie seine 24 Jahre ältere Lehrerin war.