Datum05.01.2026 09:56
Quellewww.zeit.de
TLDRNach einem mutmaßlichen Anschlag auf Berlins Stromnetz, der 45.000 Haushalte betraf, kündigte Bürgermeister Kai Wegner an, die Sicherheit kritischer Infrastrukturen zu verbessern. Während 99 Prozent der Leitungen unterirdisch verlaufen, muss das übrige ein Prozent besser geschützt werden. Die Polizei vermutet, dass Linksextremisten, namentlich die "Vulkangruppe", verantwortlich sind. Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey forderte Hilfe des Bundes für die Ermittlungen und warnte vor den gefährlichen Ideologien der Täter, die nicht nur die Infrastruktur, sondern die Gesellschaft insgesamt angreifen.
Inhalt99 Prozent der Leitungen verliefen unterirdisch, sagt Kai Wegner nach dem mutmaßlichen Anschlag auf Berlins Stromnetz. Das eine Prozent müsse besser geschützt werden. Nach dem großflächigen Stromausfall in Teilen Berlins hat der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) angekündigt, die Sicherheit des Stromnetzes verbessern zu wollen. Bereits jetzt verliefen 99 Prozent der Leitungen unter der Erde, sagte Wegner im ZDF-Morgenmagazin. Das restliche eine Prozent müsse noch besser vor "terroristischen Angriffen" geschützt werden. Seit Samstagfrüh waren insgesamt 45.000 Haushalte und 2.200 Gewerbeeinheiten im Südwesten der Hauptstadt von der Stromversorgung abgeschnitten. Betroffen sind die Stadtteile Nikolassee, Zehlendorf und Wannsee. Laut Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) sind mittlerweile etwa 14.500 der ursprünglich rund 40.000 betroffenen Haushalte wieder am Netz. Die Stromversorgung soll bis Donnerstag komplett wiederhergestellt sein. Die Polizei geht davon aus, dass Linksextremisten für den Anschlag verantwortlich sind. Ein Bekennerschreiben einer Organisation namens "Vulkangruppe" wurde auf einer einschlägigen Website veröffentlicht. Über die genaue Tatausführung gibt es widersprüchliche Angaben: Die Behörden sprechen von Brandsätzen an einer Kabelbrücke am Teltowkanal. In dem Bekennerschreiben ist hingegen von vier "Baustellenspießen" die Rede, mit denen die Täter Starkstromkabel verbunden hätten, um einen Kurzschluss zu verursachen. Giffey forderte Bundeshilfe bei den Ermittlungen. "Die Frage ist: Sind das einfach nur linke Gruppen von Aktivisten, die ideologisch unterwegs sind, oder steckt da mehr dahinter?", sagte sie im RBB-Inforadio. Die Sicht auf die Gesellschaft, die aus dem als authentisch eingestuften Bekennerschreiben hervorgehe, sei "hochgradig gefährlich". Es handele sich nicht nur um einen Angriff auf die Infrastruktur, sondern auf die "ganze freie Gesellschaft". Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.