Iran: Donald Trump droht erneut mit Eingreifen der USA

Datum05.01.2026 09:24

Quellewww.spiegel.de

TLDRUS-Präsident Donald Trump hat drohende Maßnahmen gegen das iranische Regime angedeutet, falls Demonstranten während der Proteste getötet werden. Die Unruhen, ausgelöst durch eine Wirtschaftskrise und hohe Inflation, führen laut Menschenrechtsorganisationen zu über 19 Toten und vielen Festnahmen. Das iranische Regime reagiert mit Gewalt und kündigt eine befristete Finanzhilfe an, um den Unmut der Bevölkerung zu besänftigen. Die wirtschaftliche Lage bleibt jedoch angespannt, viele Iraner machen Korruption und Misswirtschaft verantwortlich.

InhaltDie amerikanische Regierung beobachtet die Proteste in Iran nach Aussage von Donald Trump genau. Der Präsident bekräftigt seine Warnung Richtung Teheran: Sollte das Regime Demonstranten töten, werde es "sehr hart getroffen". Das Regime in Teheran reagiert mit Härte auf die anhaltenden Proteste. Nun signalisiert US-Präsident Donald Trump erneut seine Unterstützung für die Demonstrierenden. Angesichts von Berichten über Todesopfer bei den jüngsten regierungskritischen Protesten in Iran hat Trump der Führung in Teheran ein weiteres Mal mit einem Eingreifen gedroht. Die USA beobachteten die Proteste sehr genau, sagte Trump während eines Flugs nach Washington vor Journalisten. "Wenn sie damit anfangen, Leute zu töten, wie sie es in der Vergangenheit auch getan haben, dann werden sie, denke ich, von den Vereinigten Staaten sehr hart getroffen werden", sagte Trump. Unklar blieb, welche Schritte die USA möglicherweise erwägen. Die vor allem von einer Wirtschaftskrise und sehr hoher Inflation ausgelösten landesweiten Proteste in Iran dauern inzwischen seit gut einer Woche an. Dabei sollen einer Menschenrechtsorganisation zufolge bislang mindestens 19 Demonstranten getötet worden sein. Hunderte weitere seien verletzt und festgenommen worden, teilte Iran Human Rights mit Sitz in Oslo am Sonntag mit. Zudem sollen die Behörden zumindest in einigen Gebieten schwere Waffen eingesetzt haben, um Proteste niederzuschlagen. Die iranische Regierung macht weiterhin keine Angaben zu den Unruhen und Opfern. Daher stützen sich aktuelle Angaben vorwiegend auf Berichte in sozialen Medien und von Aktivisten im Ausland. Diese Berichte können nicht unabhängig verifiziert werden. Die Regierung scheint nicht nur bemüht, die Proteste gewaltsam einzudämmen. Sie scheint auch besänftigend auf den Unmut der Bevölkerung wirken zu wollen und hat eine befristete Finanzhilfe für alle Bürgerinnen und Bürger angekündigt. Jeder Iraner erhalte vier Mal eine monatliche Unterstützung von jeweils umgerechnet sechs Euro, teilte eine Regierungssprecherin am Sonntag im Staatsfernsehen mit. Ziel sei es, "den wirtschaftlichen Druck auf die Bevölkerung zu verringern". Der Durchschnittslohn in Iran beträgt etwa 170 Euro pro Monat, der Mindestlohn liegt bei etwa 85 Euro pro Monat. Viel Entlastung dürfte die angekündigte Unterstützung nicht bringen. Seit dem Zwölftagekrieg im vergangenen Jahr hat sich die ohnehin schwierige Wirtschaftslage weiter massiv verschlechtert. Die Inflation liegt offiziellen Zahlen zufolge derzeit bei 42,2 Prozent. Innerhalb der vergangenen zwölf Monate sind die Preise für Lebensmittel um mehr als 70 Prozent gestiegen. In der Bevölkerung machen viele Korruption und Misswirtschaft dafür verantwortlich. Das Regime investiere viel in das eigene Überleben und lasse die Bevölkerung dafür bluten, so ein Vorwurf. Die Führung selbst macht die sogeannnten Feinde des Staates verantwortlich – allen voran Israel und die USA. Tatsächlich steht die iranische Wirtschaft auch aufgrund von US-Sanktionen im Zusammenhang mit dem Atomprogramm der Regierung unter Druck. Die Verantwortung dafür sehen viele Iraner allerdings ebenfalls bei der eigenen Führung. Seit Ende Dezember demonstrieren zahlreiche Menschen   in mehreren Städten des 86-Millionen-Einwohner-Landes gegen die hohen Lebenshaltungskosten und die schlechte Wirtschaftslage.