Datum05.01.2026 08:23
Quellewww.spiegel.de
TLDRNovak Djokovic tritt aus der von ihm mitgegründeten Spielergewerkschaft PTPA aus. Er begründet seinen Rückzug mit Bedenken hinsichtlich Transparenz, Führung und der Darstellung seiner Stimme. Djokovic und Vasek Pospisil hatten die PTPA 2020 gegründet, um die Interessen der Profis zu stärken. Der Rückzug folgt auf rechtliche Schritte der PTPA gegen ATP, WTA und andere Organisationen, bei denen Djokovic nicht mit allen Punkten einverstanden war. Er will sich nun auf sein Tennis und seine Familie konzentrieren.
InhaltDie Spielervertretung PTPA verliert ihr prominentestes Mitglied. Mitgründer Novak Djokovic teilte seinen Rückzug mit. Als Grund nannte der Tennisstar "Bedenken hinsichtlich Transparenz und Führung". Tennisstar Novak Djokovic zieht sich aus der von ihm mitgegründeten Spielergewerkschaft PTPA zurück. Er habe nach reiflicher Überlegung beschlossen, auszutreten, teilte der Serbe über seine Kanäle in den sozialen Medien mit. "Diese Entscheidung ist begründet auf anhaltende Bedenken hinsichtlich Transparenz, Führung und der Art und Weise, wie meine Stimme und mein Image dargestellt wurden", so der 24-malige Grand-Slam-Champion. Djokovic hatte die Professional Tennis Players Association im August 2020 mit dem damaligen kanadischen Tennisprofi Vasek Pospisil gegründet. Die frühere Nummer eins der Weltrangliste wollte mit der Spielergewerkschaft erreichen, dass die Interessen der Profis besser vertreten werden. "Ich bin stolz auf die Vision, die Vasek und ich bei der Gründung der PTPA geteilt haben, nämlich den Spielern eine stärkere, unabhängige Stimme zu geben – aber es ist klar geworden, dass meine Werte und mein Ansatz nicht mehr mit der aktuellen Ausrichtung der Organisation übereinstimmen", schrieb der 38-Jährige. Welche konkreten Themen zum Bruch mit der Gewerkschaft führten, gab Djokovic in seinen Posts nicht an. Die PTPA hatte im März vergangenen Jahres rechtliche Schritte gegen die Profi-Organisationen ATP und WTA, den Weltverband ITF und die Integritätsagentur des Sports eingeleitet und ihnen ein "Kartell" sowie ein "korruptes, illegales und missbräuchliches System" vorgeworfen. Im Zentrum der Beschwerden stehen unter anderem hohe Belastungen für Profis, eine zu lange Saison, Absprachen zur Verhinderung von Wettbewerben zwischen den Turnieren. Zudem könnten Spieler durch ein restriktives Ranglistensystem kaum an alternativen Veranstaltungen teilnehmen. Mehr zu den Hintergründen der Klage lesen Sie hier. Djokovic hatte damals angegeben, nicht mit allen Punkten der Klage einverstanden gewesen zu sein, während sowohl die ATP als auch die WTA die Vorwürfe entschieden zurückgewiesen hatten. Er werde sich weiterhin auf sein Tennis, seine Familie und seinen Beitrag zum Sport konzentrieren, äußerte Djokovic nun. "Und zwar auf eine Weise, die meinen Prinzipien und meiner Integrität entspricht." Die PTPA erklärte am späten Sonntagabend in einer Stellungnahme , dass die Spieler die Organisation gegründet hätten, um sich eine stärkere und transparentere Stimme im Profi-Tennis zu sichern, und dass sie offen für die Klärung aller Fragen sei.