CSU-Klausurtagung: CSU will Alter der Strafmündigkeit auf zwölf Jahre senken

Datum05.01.2026 06:56

Quellewww.zeit.de

TLDRDie CSU plant, das Alter der Strafmündigkeit auf zwölf Jahre zu senken. Aktuell sind unter 14-Jährige strafunmündig. Ein Beschlussentwurf, über den bei der Klausurtagung entschieden werden soll, sieht vor, dass auch strafunmündige Kinder für ihre Taten vor Gericht zur Verantwortung gezogen werden können. Zudem sollen Erziehungsmaßnahmen durch ein gerichtliches Verfahren angeordnet werden. Hintergrund sind steigende Gewaltdelikte und der Einsatz von Kindern als Drogendealer. Der Koalitionsvertrag verlangt eine Studie zu den Ursachen der Jugendgewalt.

InhaltBislang sind unter 14-Jährige strafunmündig. Laut übereinstimmenden Berichten will die CSU künftig auch Kinder nach Straftaten vor Gericht zur Verantwortung ziehen. Laut einem Papier der CSU sollen sich künftig auch strafunmündige Kinder nach Straftaten vor Gericht verantworten müssen. Das sieht ein Beschlussentwurf vor, über den die Abgeordneten bei ihrer Klausurtagung im Kloster Seeon entscheiden sollen. Darüber berichtete zunächst die Mediengruppe Bayern, auch der Nachrichtenagentur dpa lag der Entwurf vor.  Bislang müssen Täter unter 14 Jahren nicht vor Gericht, sie gelten als strafunmündig. Der Entwurf fordert stattdessen ein sogenanntes gerichtliches Verantwortungsverfahren für strafunmündige Kinder.  Der Juristenarbeitskreis der CSU hatte vorgeschlagen, in seinem solchen Verfahren für strafunmündige Täter das Tatgeschehen unter Anwesenheit der erziehungsberechtigten Eltern und der Kinder von Staatsanwaltschaft und Jugendgericht aufzuarbeiten. Das Gericht solle dann Erziehungsmaßnahmen nach klaren rechtlichen und bundeseinheitlichen Maßstäben anordnen können.  "Der Anstieg der Gewaltkriminalität bei Kindern unter 14 Jahren ist besorgniserregend", heißt es in dem Beschlussentwurf. Auch würden immer mehr strafunmündige Minderjährige als Drogendealer eingesetzt. Das Jugendstrafrecht solle deswegen schon ab 12 Jahren angewendet werden können, nicht erst wie jetzt ab 14 Jahren. Vorgeschlagen werden in dem Papier auch Strafverschärfungen bei Messerangriffen, beim Einsatz von K.o.-Tropfen und bei Gruppenvergewaltigungen.  Im Koalitionsvertrag hatten Union und SPD vereinbart, vor gesetzlichen Neuregelungen beim Jugendstrafrecht eine Studie zu den Ursachen der gestiegenen Kinder- und Jugendgewalt in Auftrag zu geben.