Datum05.01.2026 06:30
Quellewww.zeit.de
TLDRVor den Betriebsratswahlen im Frühjahr distanziert sich der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in Niedersachsen von dem AfD-nahen Verein Zentrum. DGB-Bezirkschef Ernesto Harder betont, dass das Zentrum keine echte Gewerkschaft sei. Der Verein plant, Mitgliedszahlen traditioneller Gewerkschaften zu reduzieren und tritt unter anderem bei Volkswagen in Braunschweig an. Das Zentrum verteidigt seine Position als Arbeitnehmervertretung, verweist auf personelle Überschneidungen zur AfD und kündigt an, gemeinsam mit eigenen Listen in weiteren Betrieben anzutreten.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Gewerkschaften“. Lesen Sie jetzt „Vor Betriebsratswahlen: DGB auf Abstand zu AfD-nahem Verein“. Vor den Betriebsratswahlen im Frühjahr grenzt sich der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in Niedersachsen deutlich vom AfD-nahen Arbeitnehmerverein Zentrum ab. "Das Zentrum ist keine Gewerkschaft", sagte DGB-Bezirkschef Ernesto Harder der Deutschen Presse-Agentur. Der Verein verkaufe sich zwar als Gewerkschaft, erfülle diese Rolle jedoch nicht. Als AfD-nah gilt der Verein unter anderem wegen personeller Überschneidungen. Leiter des im April eröffneten Regionalbüros in Hannover ist AfD-Stadtrat Jens Keller. Bei der Eröffnung erklärte er, das Zentrum, das sich selbst als "alternative Gewerkschaft" bezeichnet, wolle langfristig die Mitgliedszahlen der "alten Gewerkschaften" halbieren. Einen konfrontativen Ansatz lehnt der DGB ab. "Wir planen keine Strategien gegen das Zentrum, sondern Strategien, wie wir die stärksten Betriebsratslisten werden", sagte Harder. In Bremen, wo er bis vor Kurzem als DGB-Landesleiter tätig war, habe der Verein bislang keine Rolle gespielt. "In Niedersachsen gibt es mehr Fläche und mehr Menschen, die sich dafür entscheiden könnten", räumte er aber ein. Das Zentrum verteidigte sein Selbstverständnis. Man sei eine Vereinigung von Arbeitnehmern und erfülle alle Voraussetzungen einer Gewerkschaft – mit Ausnahme der Tariffähigkeit, die bislang noch fehle, teilte der Verein mit. Zum Verhältnis zur AfD hieß es: "Die Verbindungen zur AfD ergeben sich aus Sachthemen und sind nicht organisierter Natur." Zugleich beklagte das Zentrum Anfeindungen gegen eigene Kandidaten in den Betrieben. Gleichwohl kündigte der Verein an, bei den Betriebsratswahlen auch in Niedersachsen anzutreten, unter anderem mit einer eigenen Liste bei Volkswagen in Braunschweig. Weitere Kandidaturen in anderen VW-Werken und Betrieben seien geplant, teils unter betriebsspezifischen Listennamen. Dies sei nicht ungewöhnlich und keine Unterwanderungsstrategie, hieß es. © dpa-infocom, dpa:260105-930-498720/1