Datum05.01.2026 06:03
Quellewww.zeit.de
TLDRDer US-Angriff auf Venezuela spaltet Südamerika, mit divergierenden Reaktionen der Länder. Regierungen wie Kuba und Kolumbien äußern Besorgnis über Sicherheits- und Energiefragen, während Argentinien und Ecuador das militärische Vorgehen unterstützen. In Iran protestieren Menschen gegen die schlechte Wirtschaftslage und hohe Lebenshaltungskosten; die Situation eskaliert mit Auseinandersetzungen zwischen Demonstrierenden und Sicherheitskräften, nachdem der Zugang zum Internet eingeschränkt wurde. Die wirtschaftliche Krise besteht seit Jahren, und Exilpolitiker rufen zu weiteren Protesten auf.
InhaltDer US-Angriff auf Venezuela spaltet Südamerika. Welche Folgen hat dieser für die Stabilität des Kontinents? Und: Proteste im Iran gegen die Wirtschaftskrise Der militärische Einsatz der USA in Venezuela hat in Süd- und Mittelamerika weitreichende Reaktionen ausgelöst. Er ist der erste direkte US-Militäreingriff in ein südamerikanisches Land seit Jahrzehnten und betrifft Venezuela, das über große Ölreserven verfügt. Viele Regierungen der Region sehen darin ein Signal für eine veränderte US-Politik gegenüber Lateinamerika. Besonders aufmerksam verfolgen Länder die Entwicklung, die politisch oder wirtschaftlich eng mit Venezuela verbunden sind oder selbst im Spannungsverhältnis zu den USA stehen. Kuba verurteilte den Einsatz und warnte vor Problemen bei der eigenen Energieversorgung, da ein großer Teil des Öls aus Venezuela kommt. Kolumbien äußerte Sorgen um die Sicherheitslage an der gemeinsamen Grenze. Brasilien und Mexiko verwiesen auf die Bedeutung von Völkerrecht und Diplomatie. Andere Länder begrüßten das Vorgehen, darunter Argentinien und Ecuador. Welche Länder den Einsatz der USA befürworten und warum, analysiert ZEIT-Autor Philipp Lichterbeck. Im Iran sind erneut landesweite Proteste gegen die hohen Lebenshaltungskosten und die schlechte wirtschaftliche Lage ausgebrochen. Besonders aus ländlichen Regionen werden heftige Zusammenstöße zwischen Demonstrierenden und Sicherheitskräften gemeldet. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Hengaw wurden allein in der ersten Woche mindestens 17 Menschen getötet. Die Proteste werden über Chatgruppen organisiert, und seit Sonntag hat die iranische Führung den Internetzugang im Land eingeschränkt, offenbar um Mobilisierung und Berichterstattung zu erschweren. Die wirtschaftliche Krise besteht seit Jahren, die Inflation lag zuletzt bei rund 50 Prozent. Exilpolitiker Reza Pahlavi, rief öffentlich zu Massenprotesten und Straßensperren auf. Ob die Proteste das Potenzial haben, das politische System diesmal grundlegend zu verändern, analysiert Islamwissenschaftlerin Amina Aziz. Und sonst so: Der Konzentrationstest der ZEIT Moderation und Produktion: Azadê Peşmen Mitarbeit: Mathias Peer, Celine Yasemin Rolle Alle Folgen unseres Podcasts finden Sie hier. Fragen, Kritik, Anregungen? Sie erreichen uns unter wasjetzt@zeit.de. Wenn Sie immer auf dem Laufenden bleiben wollen, abonnieren Sie hier die ZEIT auf Whatsapp.