»Tatort«-Vote: Wie gefiel Ihnen das Schauermärchen aus dem Schwarzwald?

Datum05.01.2026 04:59

Quellewww.spiegel.de

TLDRDer aktuelle "Tatort" thematisiert ein grausames Märchen, in dem ein Mädchen ihre Mutter tötet, da sie sie für einen Wolf hält. Kommissarin Tobler und ihr Kollege Berg entdecken die Leiche im Keller, während das Mädchen in ihre Fantasiewelt abtaucht. Die Handlung, die stark von Grimmschen Motiven inspiriert ist, wird verstörend und visuell raffiniert erzählt. Die junge Darstellerin Hanna Heckt beeindruckt in ihrer Rolle. Der Film erhielt 9 von 10 Punkten, ein weiterer Schwarzwald-"Tatort" ist bereits in Arbeit.

InhaltMärchen gehen immer gut aus? Nicht in diesem "Tatort", in dem ein Mädchen die Mutter mit einem bösen Wolf verwechselte und tötete. Grausam, bildgewaltig, gut. Oder sind Sie anderer Meinung? "Ja, hier liegt der Wolf", sagte Kommissarin Tobler (Eva Löbau) am Ende dieses verstörenden "Tatort" seltsam tonlos. "Siehst du", entgegnete glücklich das Mädchen: "Märchen gehen immer gut aus." Was für ein grausames Ende: Im Keller eines Bauernhauses hatten Tobler und Kollege Berg (Hans-Jochen Wagner) gemeinsam mit der kleinen Eliza die Leiche ihrer Mutter gefunden. Eliza hatte sie selbst mit einer Art Spitzhacke erschlagen, weil sie die Mutter im nassen Pelzmantel für den bösen Wolf gehalten hatte. Die Neunjährige hatte auf dem Walkman immer wieder "Der Wolf und die sieben jungen Geißlein" gehört und sich mehr und mehr in das Märchen hineinfantasiert. In dieser Parallelwelt sah sie auch immer wieder die anderen sechs Geißlein, die ihr kichernd zuwinkten. Dass man beim Zuschauen willig war, so tief in diese gespenstische Parallelwelt hinabzusteigen, lag auch an der jungen Hauptdarstellerin Hanna Heckt, bekannt aus dem deutschen Oscarkandidaten "In die Sonne schauen". In unserem Schnellcheck schrieben wir: "Das Publikum wird hier ordentlich durchgeschüttelt, weil es das Geschehen immer wieder aus der mit Grimmschen Motiven aufgeladenen, verzerrten Perspektive der kleinen Zeugin sieht. Regisseur Rudi Gaul, der zuletzt den hochkomplexen Rechtsextremismus-Fall aus Stuttgart   verantwortete, lässt den Fall (Buch: Ulrike Schölles) bis zum Schluss verstörende Wendungen nehmen. Doch im Gegensatz zum dick aufgetragenen Effektgewitter des Dresden-›Tatort‹ vom Neujahr, der ebenfalls vom Horror im Kopf eines Mädchens handelte, geht es hier leiser und trickreicher zur Ursache des Grauens. Die visuelle Raffinesse trägt leicht über ein paar kriminaltechnische Ungereimtheiten hinweg." Wir gaben 9 von 10 Punkten. Was sagen Sie zu dem Gespenster-Krimi? Ein weiterer Schwarzwald-"Tatort" ist bereits abgedreht. Es geht dabei um den Mord in einem Klub. Arbeitstitel: "Innere Angelegenheiten". Regie führte Robert Thalheim, das Buch schrieb Bernd Lange. Das Duo hatte auch den Fall gedreht, in dem es um den Bruder von Kommissar Berg ging und auf den in "Das jüngste Geißlein" immer wieder angespielt wurde.