Datum19.10.2025 16:19
Quellewww.spiegel.de
TLDRDer Konflikt zwischen den USA und Kolumbien eskaliert, nachdem US-Präsident Trump kolumbianischen Präsidenten Gustavo Petro als "illegalen Drogenführer" bezeichnete. Trump kritisierte Petros unzureichende Maßnahmen gegen die Drogenproduktion und kündigte an, US-Zahlungen an Kolumbien einzustellen. Petro hatte zuvor die USA beschuldigt, "einen Mord begangen" zu haben, und forderte eine Erklärung für Angriffe auf Fischerboote durch US-Schiffe. Der anhaltende Streit betrifft die gescheiterte Drogenbekämpfung und die Souveränität Kolumbiens.
InhaltKolumbiens Präsident hatte den USA vorgeworfen, "einen Mord begangen" zu haben. Nun schlägt Trump zurück: Petro habe ein "loses Mundwerk" und tue zu wenig gegen die Drogenproduktion im Land. Der Konflikt spitzt sich zu. US-Präsident Donald Trump hat am Sonntag angekündigt, Zahlungen und Subventionen der USA an Kolumbien einzustellen. In einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social warf er Kolumbiens linkem Präsidenten Gustavo Petro vor, nichts gegen die Drogenproduktion in seinem Land zu tun und nannte ihn einen "illegalen Drogenführer". "Der Zweck dieser Drogenproduktion ist der Verkauf massiver Mengen in die Vereinigten Staaten, was zu Tod, Zerstörung und Chaos führt", schrieb Trump. Petro, "ein schlecht bewerteter und sehr unbeliebter Führer" mit einem "losen Mundwerk" gegenüber Amerika, solle die Felder sofort schließen. Andernfalls würden es die USA für ihn tun, "und zwar nicht auf die nette Art", drohte der US-Präsident. Zahlungen der USA an Kolumbien würden ab heute eingestellt. Seit Jahrzehnten stellen die USA Milliardenbeträge an Militär- und Entwicklungshilfe bereit, um die Produktion von Kokain in Kolumbien zu stoppen. So sprühten etwa Flugzeuge das Pflanzengift Glyphosat auf Felder im Regenwald. Die verschiedenen Maßnahmen stoppten den Koka-Anbau nicht, im Gegenteil: Die jährliche Kokainproduktion stieg in den vergangenen Jahren. Petro bekannte mehrmals, dass der "Krieg gegen die Drogen" gescheitert sei (lesen Sie hier mehr zur Drogenschwemme aus Lateinamerika). Im September erklärte der US-Präsident in einer Mitteilung , dass Kolumbien, neben anderen Ländern, es in den vergangenen zwölf Monaten "nachweislich versäumt" habe, seinen Verpflichtungen im Anti-Drogen-Kampf nachzukommen. Spätestens seitdem standen die US-Gelder infrage. In diesen Tagen hat sich der Konflikt zwischen beiden Ländern und ihren Präsidenten zugespitzt. Trump hatte vor einigen Wochen Kriegsschiffe in die Karibik entsandt, die nach seinen Angaben den Drogenschmuggel in der Region bekämpfen sollten. Dabei griffen die US-Schiffe kleine Boote an, die angeblich Drogen transportierten. Mehr als zwei Dutzend Menschen wurden getötet. Nach Angaben Petros sei dabei auch ein Fischer getötet worden, der "keinerlei Verbindung zu Drogenhändlern" gehabt habe. Petro forderte eine Erklärung der US-Regierung und warf den USA vor, dass ihre Einsatzkräfte "einen Mord begangen" und die "Souveränität" Kolumbiens in den Hoheitsgewässern des Landes verletzt habe. Es ist davon auszugehen, dass dies nun Trump provoziert hat. Lesen Sie hier mehr zu Trumps Schattenkrieg in der Karibik.