Datum04.01.2026 15:18
Quellewww.zeit.de
TLDREin 21-Jähriger, der im Dezember wegen mutmaßlicher islamistischer Anschlagspläne auf einen Weihnachtsmarkt in Magdeburg festgenommen wurde, hat Deutschland verlassen und ist in sein Herkunftsland Tadschikistan zurückgekehrt. Die Ausreise erfolgte unter enger Koordination von Bundes- und Landesbehörden. Sicherheitsbehörden hatten frühere Radikalisierung und ein Interesse an Waffen festgestellt. Ein formelles Ermittlungsverfahren wurde von der Staatsanwaltschaft jedoch nicht eingeleitet, da die Anschlagspläne als unkonkret eingestuft wurden. Innenministerin Tamara Zieschang betonte die mehrgleisige Vorgehensweise.
InhaltEin im Dezember festgenommener 21-Jähriger hat Deutschland verlassen. Er soll einen islamistisch motivierten Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt geplant haben. Ein im Dezember wegen möglicher Anschlagspläne in Magdeburg festgenommener Mann ist in sein Herkunftsland Tadschikistan zurückgekehrt. Der 21-Jährige sei bereits am Samstag kontrolliert ausgereist, teilte das Innenministerium in Magdeburg mit. Die Ausreise sei in enger Zusammenarbeit von Bundes- und Landesbehörden koordiniert worden. Der 21-Jährige war im Dezember in Magdeburg festgesetzt und in Vorbereitungshaft genommen worden. Damit sollte ein möglicher Anschlag auf größere Menschenmengen verhindert werden. Nach Erkenntnissen der Sicherheitsbehörden lag den mutmaßlichen Plänen eine islamistische Motivation zugrunde. Der Mann habe sich radikalisiert und großes Interesse an Waffen und Schießtraining gezeigt, hieß es. In seiner Berufsschule sei er wegen seines muslimischen Glaubens mit Mitschülern in Streit geraten. Laut Landespolizeidirektor Mario Schwan bestand unmittelbare Gefahr für die öffentliche Sicherheit. Der 21-Jährige war im Juni 2024 legal mit einem Visum nach Deutschland eingereist. In einem Motivationsbrief für ein Au-pair-Programm gab er an, sich für die deutsche Sprache und Kultur zu interessieren. Später begann er am Universitätsklinikum Magdeburg eine Ausbildung zur Pflegefachkraft. Die Staatsanwaltschaft Halle hatte kein förmliches Ermittlungsverfahren eingeleitet. Die Anschlagspläne seien hinsichtlich Tatort, Tatzeit und Tatumständen nicht hinreichend konkret gewesen, hatte ein Sprecher erklärt. Auch der Generalbundesanwalt übernahm den Fall nicht. Nach der Festnahme hatte das Innenministerium eine Abschiebung vorbereitet und parallel geprüft, ob der Mann freiwillig ausreisen könne. Dazu hatte sich der 21-Jährige bereit erklärt. Innenministerin Tamara Zieschang (CDU) betonte damals, man gehe mehrgleisig vor und verlasse sich nicht allein auf die Erklärung des Mannes.