Datum04.01.2026 11:43
Quellewww.spiegel.de
TLDRAufgrund eines Wintereinbruchs müssen Urlaubsrückkehrer in Deutschland am Wochenende mit glatten Straßen und chaotischen Verkehrsbedingungen rechnen. In mehreren Bundesländern beginnt nach den Weihnachtsferien der Schulunterricht, was den Verkehr zusätzlich belastet. Schneefälle, insbesondere in Norddeutschland und im Bergland, führen zu zahlreichen Unfällen. Die Temperaturen sinken in der kommenden Nacht stark, mit Minusgraden bis zu -15°C im Süden und anhaltendem Frost. Der Deutsche Wetterdienst warnte vor weiteren Schneeschauern und Gefahren im Verkehr.
InhaltDer Wintereinbruch sorgt in einigen Regionen noch immer für chaotische Verhältnisse auf den Straßen. Ausgerechnet an dem Wochenende, an dem viele Menschen aus den Ferien zurückkehren. In mehreren Bundesländern beginnt nach den Weihnachtsferien am Montag wieder Schulunterricht. Ausgerechnet an diesem Wochenende macht der Winter den Urlaubsrückkehrern zu schaffen. Denn die Straßen sind glatt und der dichte Verkehr unberechenbar. Autofahrer sollten mit angepasster Geschwindigkeit fahren, sagte Jacqueline Kernn, Meteorologin beim Deutschen Wetterdienst (DWD) am Morgen. Schneeschauer gibt es demnach immer wieder im Dreieck zwischen Nordsee, Niederrhein und Erzgebirge. "Wenn es schneit, sind die Straße auch glatt", betonte Kernn. Vor allem im Bergland liegt viel Schnee, laut DWD etwa im Harz bis zu rund 40 Zentimeter. Südlich von Hamburg waren es am Morgen 16 Zentimeter, in Hannover 13. Es könne im Laufe des Tages noch mehr Schnee dazukommen, der liegen bleibt, sagte die Meteorologin. Im Süden ist es laut Vorhersage trocken, südlich der Donau sogar sonnig. Schon am Samstag waren in Norddeutschland auf glatten Autobahnen Fahrer ins Schleudern geraten, Unfälle häuften sich etwa auf der A1. Zahlreiche Unfälle wurden auch aus Rheinland-Pfalz, Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg gemeldet. In Bayern kippte auf der schneebedeckten Autobahn 93 bei Wernberg-Köblitz der Anhänger eines Lastwagens und platzte auf – auf der Fahrbahn in der Oberpfalz verteilte sich eine Ladung Lachs. In Rheinland-Pfalz erfasste ein 20-Jähriger mit seinem Wagen einen Polizisten, der gerade einen Unfall absicherte. Der Beamte wurde den Angaben zufolge leicht verletzt. Zudem prallte der Mann mit seinem Wagen gegen den Streifenwagen. Der Autofahrer hatte zuvor das Stauende übersehen und noch versucht, auf der glatten Straße auszuweichen. Im Kreis Sonneberg im südlichsten Teil Thüringens endeten viele Verkehrsunfälle auf den winterglatten Fahrbahnen mit Blechschäden. Menschen seien nicht verletzt worden. Höherer Sachschaden entstand nach Angaben der Polizei in Piesau, als ein Räumfahrzeug auf einem glatten Straßenabschnitt von der Fahrbahn abkam und gegen ein Haus prallte. Bei Zwönitz (Sachsen) geriet ein 43-Jähriger am Samstagnachmittag mit seinem Auto ins Schleudern, drehte sich und rutschte in den Gegenverkehr. Der 43-Jährige starb, seine 31 Jahre alte Beifahrerin erlitt lebensbedrohliche Verletzungen. Zwei weitere Autofahrer wurden leicht verletzt. Im Raum Bremen kam es zu starken Beeinträchtigungen im Regionalverkehr der Deutschen Bahn, es gab Verspätungen und Ausfälle von Verbindungen. Am Flughafen Düsseldorf konnten am Samstagnachmittag für 40 Minuten keine Flugzeuge starten oder landen. Die Start- und Landebahn wurde nach Angaben eines Sprechers komplett vom Schnee befreit. Das Winterwetter hält erst einmal an. In der Nacht zum Montag erwartet der Deutsche Wetterdienst an manchen Orten zweistellige Minusgrade. Im Süden sind demnach Tiefstwerte zwischen minus 10 und minus 15 Grad möglich, im Rest des Landes zwischen minus 3 und minus 9 Grad. Dabei seien vor allem im Norden Schneeschauer möglich. Am Montag komme es insbesondere in Küstennähe zu schauerartigen Schneefällen, vereinzelt seien auch Graupelgewitter möglich. Im Süden soll es hingegen weitgehend trocken bleiben. Abseits von größeren Nebelfeldern zeige sich zudem vermehrt die Sonne. Am Dienstag erwartet der DWD eisige Temperaturen und Dauerfrost fast im gesamten Land. Lediglich auf den Nordseeinseln und am Niederrhein seien leichte Plusgrade möglich. Ansonsten werden bei weitgehend trockenem Wetter Höchsttemperaturen zwischen minus 6 und minus 1 Grad prognostiziert.