Bürgerkrieg im Jemen : Jemen meldet Rückeroberung von ölreichem Gebiet

Datum04.01.2026 01:38

Quellewww.zeit.de

TLDRIm Jemen hat ein von Saudi-Arabien geführtes Militärbündnis die ölreiche Region Hadramaut zurückerobert. Diese Offensive war gegen die von den Emiraten unterstützte STC-Miliz gerichtet, die einen unabhängigen Staat im Südjemen anstrebt. Saudi-Arabien und die Emirate unterstützen rivalisierende Fraktionen, deren Konflikt kürzlich zu militärischen Auseinandersetzungen führte. Saudi-Arabien ruft nun zu einem Dialog in Riad auf, um eine umfassende Lösung für die Situation im Süden des Jemen zu finden, der seit über einem Jahrzehnt gespalten ist.

InhaltEin von Saudi-Arabien angeführtes Militärbündnis will die Region Hadramaut unter Kontrolle gebracht haben. Das saudische Außenministerium ruft zum Dialog auf. Im Jemen hat ein von Saudi-Arabien unterstütztes Militärbündnis nach jemenitischen Angaben die ölreiche Region Hadramaut zurückerobert. Die von Saudi-Arabien unterstützten Kräfte hätten bei dem am Freitag gestarteten Einsatz einen "Rekorderfolg" gegen die von den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützte STC-Miliz erzielt, teilte der Vorsitzende des jemenitischen Präsidialrates, Raschad al-Alimi, mit. Das Militärbündnis habe "alle Militär- und Sicherheitsstellungen in der Provinz" an der Grenze zu Saudi-Arabien zurückerobert. Zwei Militärvertreter der jemenitischen Regierung hatten zuvor der Nachrichtenagentur AFP mitgeteilt, dass sich auch die angrenzende Region Mahra und deren Streitkräfte widerstandslos auf die Seite der von Saudi-Arabien unterstützten Truppen gestellt hätten. Saudi-Arabien und die Emirate unterstützen seit langem rivalisierende Fraktionen in der jemenitischen Regierung. Die von den Emiraten unterstützte STC-Miliz gehört zwar formal der international anerkannten Regierung des Jemen an. Sie streitet aber seit Jahrzehnten für einen unabhängigen Staat im Südjemen, wie er bereits von 1967 bis 1990 bestand.   Im Dezember hatte die STC-Miliz in einer Blitzoffensive große Teile der ölreichen und an Saudi-Arabien angrenzenden Provinz Hadramaut sowie auch Teile der benachbarten Provinz Mahra an der Grenze zum Oman unter ihre Kontrolle gebracht. Infolge dieser Offensive waren die Emirate und Saudi-Arabien, die sich im Jemen auch im Kampf gegen die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz zusammengeschlossen haben, miteinander in Konflikt geraten. Saudi-Arabien hatte den Emiraten vorgeworfen, den STC zu der Offensive gedrängt zu haben. Die Emirate dementierten dies. Für den Truppenabzug aus dem Jemen hatte Saudi-Arabien den Emiraten eine 24-Stunden-Frist gesetzt. Zuvor hatte das von Saudi-Arabien angeführte Militärbündnis mutmaßliche emiratische Waffenlieferungen bombardiert. Angesichts von Bestrebungen für eine Abspaltung des Südjemen hat Saudi-Arabien die dortigen Kräfte zu einer Konferenz in Riad eingeladen. Das Außenministerium drang in einer in Online-Netzwerken veröffentlichten Erklärung auf einen Dialog und eine "umfassende Konferenz in Riad, um alle südlichen Gruppierungen zusammenzubringen, um die richtigen Lösungen für die Sache des Südens zu diskutieren". Der Jemen ist seit mehr als einem Jahrzehnt faktisch gespalten in einen von den Huthis kontrollierten Norden und den Süden, den das fragmentierte Regierungsbündnis kontrolliert. Während die Huthis vom Iran gefördert werden, bekommt das Regierungsbündnis Unterstützung von Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten.