Syrien: Großbritannien und Frankreich bombardieren mutmaßliches IS-Lager

Datum04.01.2026 01:24

Quellewww.zeit.de

TLDRGroßbritannien und Frankreich haben ein mutmaßliches Waffenlager der Terrormiliz IS in den syrischen Bergen bei Palmyra bombardiert, um dessen Wiedererstarkung zu verhindern. Mit Lenkbomben wurden Zugangstunnel zerstört, wobei keine zivilen Wohngebiete in der Nähe sind. Der britische Verteidigungsminister betonte die Entschlossenheit der Verbündeten gegen den IS. Diese Aktion folgt auf jüngste US-Angriffe auf IS-Ziele in Syrien und betont die anhaltende Bedrohung durch die radikalislamische Gruppe, die zwischen 2014 und 2019 einen Kalifatstaat errichtete.

InhaltDie Terrormiliz IS soll in den Bergen vor Palmyra unterirdisch Waffen lagern. Das britische und französische Militär versucht, die Erstarkung des IS zu verhindern. Großbritannien und ⁠Frankreich haben​ ein mutmaßliches Waffenlager ⁠der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien bombardiert. Das teilte die britische Regierung in der Nacht zum Sonntag mit. Ziel ‍sei eine unterirdische Anlage der Terroristen in den Bergen nördlich der antiken Stätte Palmyra gewesen. ⁠ Es seien Lenkbomben eingesetzt worden, um Zugangstunnel zu der Anlage zu zerstören, in der der IS "höchstwahrscheinlich" Waffen und Sprengstoff lagere. In der Umgebung der Anlage gibt es keine zivilen Wohngebiete. Militärexperten seien noch dabei, den Angriff auszuwerten. Ersten Anzeichen zufolge sei der Schlag aber erfolgreich gewesen.  Der britische Verteidigungsminister John Healey sagte, die Aktion zeige die Entschlossenheit der Verbündeten, jegliches Wiederaufleben des IS im Nahen Osten zu unterbinden. Eine französische ⁠Stellungnahme lag zunächst nicht vor. Erst vor rund zwei Wochen hatte das US-Militär mehr als 70 Ziele der Terrormiliz in Syrien attackiert. Wenige Tage zuvor waren bei einem mutmaßlichen IS-Angriff in Syrien drei Amerikaner getötet worden. Es waren die heftigsten Angriffe der USA in Syrien seit dem Sturz von Langzeit-Machthaber Baschar al-Assad Ende vergangenen Jahres.  Die radikalislamische Terrororganisation IS hatte zwischen 2014 und 2019 im Osten Syriens und im Westen des Irak einen sogenannten Kalifatstaat errichtet – ein Schreckensregime, das Menschen unterdrückte, versklavte und mit drakonischen Strafen in die Unterwerfung zwang. Nach jahrelangen Kämpfen besiegte eine von den USA angeführte internationale Allianz zusammen mit überwiegend kurdischen Kämpfern der Syrischen Demokratischen Kräfte im März 2019 den letzten harten Kern der IS-Anhänger in der sogenannten Schlacht von Baghuz. Sie markiert offiziell das Ende der IS-Herrschaft. Seitdem ziehen die USA immer mehr ihrer usprünglichen Truppen im Kampf gegen den IS im Irak ab. Immer noch inspiriert die Terrormiliz aber weltweit dschihadistische Einzeltäter, zuletzt bei einem antisemitischen Anschlag am australischen Bondi Beach. In der Türkei nahm die Polizei kurz vor Silvester bei groß angelegten Razzien mehr als 350 mutmaßliche IS-Mitglieder fest.