Datum03.01.2026 12:17
Quellewww.spiegel.de
TLDRIn Hamburg wurde der Winterdienst aufgrund starken Schneefalls und Glatteis intensiviert. 728 Mitarbeiter der Stadtreinigung, unterstützt von Kolleg*innen aus der Müllabfuhr, sind im Einsatz, um Strecken zu räumen und zu streuen. Trotz dieser Maßnahmen bleibt die Situation gefährlich, und Anlieger sind für Gehwege verantwortlich. Auch in anderen Bundesländern, inklusive Brandenburg und Baden-Württemberg, kam es zu Unfällen durch Glätte. Die Temperaturrückgänge bringen zusätzlich Risiken, mit Vorhersagen von bis zu -18 Grad in einigen Regionen.
InhaltStarker Schneefall und überfrierende Nässe sorgen für verschärften Winterdienst. In Hamburg werden Kräfte mobilisiert, die sonst andere Dinge wegräumen. Im Südwesten kam es zu zahlreichen Unfällen. Der über Nacht einsetzende, kräftige Schneefall im Verbund mit Glatteis hat den Winterdienst der Stadtreinigung Hamburg in den Volleinsatz versetzt. 728 Kräfte und etwa 360 Fahrzeuge sind nach Angaben der Behörde seit Samstagmorgen unterwegs, um zu streuen und zu räumen. Weitere Unterstützung ist bereits geordert: "Wir stocken gerade noch auf", sagte der Sprecher der Stadtreinigung, Kay Goetze, der Nachrichtenagentur dpa. "Wir gucken, dass wir Kollegen aus der Müllabfuhr hinzuziehen können." Gestreut wird den Angaben zufolge auf wichtigen Hauptverkehrsstraßen und Strecken mit Buslinienverkehr, Busbuchten, Zebrastreifen sowie auf einem ausgewählten Radwegenetz. Trotz des Einsatzes könne es auch im Verlauf des Tages weiterhin glatt sein, alle Verkehrsteilnehmer seien um Vorsicht gebeten. Für das Räumen und Streuen der Gehwege, die nicht in der Zuständigkeit der Stadtreinigung liegen, seien allerdings die Anlieger verantwortlich. "Wir haben wieder richtig viel Niederschlag gehabt, also mehrere Zentimeter", sagte der Sprecher der Stadtreinigung über den überraschend heftigen Wintereinbruch in der Hansestadt. Es sei so viel nachgekommen, dass ein zweiter Streu- und Räumdurchgang notwendig gewesen sei. "Wir werden einige Hauptstraßen im Räumverbund fahren", erklärte Goetze. Das bedeute, dass mehrere Räumfahrzeuge nebeneinander fahren. "Das hat man auch nicht so oft." Dem Deutschen Wetterdienst (DWD) zufolge ziehen im Tagesverlauf Schnee- oder Schneeregenschauer durch das gesamte Land, vereinzelt können kurze Gewitter auftreten. Auch Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg sind betroffen, in Berlin schneit es seit dem frühen Morgen ebenfalls heftig. Bitter vor allem für jene rund 50.000 Haushalte, die im Südwesten der Hauptstadt seit der Nacht mit einem Stromausfall zu kämpfen haben. In der Nacht zum Sonntag soll es noch vereinzelt Schneeschauer geben. Bei Tiefstwerten zwischen minus 2 und minus 10 Grad könne es zudem örtlich glatt werden, berichtete der DWD. Besonders kalt werde es in der Nacht zum Montag mit bis zu -18 Grad im Bayerwald und an den Alpen. Im Badischen und auf der Schwäbischen Alb könne es übers Wochenende bis zu drei Zentimeter Neuschnee geben, hieß es. In Baden-Württemberg ist es wegen des Winterwetters bereits zu zahlreichen Unfällen mit mehreren Verletzten gekommen. Im Neckar-Odenwald- und im Main-Tauber-Kreis rückte die Polizei nach eigenen Angaben seit Freitagabend zu 46 Einsätzen aus. Auf glatter Straße geriet etwa in Mosbach (Neckar-Odenwald-Kreis) ein Fahrer mit seinem Auto in den Gegenverkehr. Sein Wagen stieß mit einem entgegenkommenden Fahrzeug zusammen. Der Beifahrer erlitt laut Polizei vermutlich einen Beckenbruch und kam in ein Krankenhaus. Bei anderen Unfällen rutschten Lastwagen quer über die Straße und kamen zum Stehen, was teils zu erheblichen Verkehrsbehinderungen führte. Auf der A9 bei Rabenstein/Fläming im Landkreis Potsdam-Mittelmark legt seit dem späten Freitagabend ein verunglückter Lastwagen die Autobahn lahm. Nach Angaben der Feuerwehr war das gasbetriebene Fahrzeug am Freitagabend in Richtung Berlin von der Fahrbahn abgekommen und in die linke Leitplanke geprallt. Der Lastwagen blieb auf der Autobahn stehen, die Fahrbahn wurde daher gesperrt. Als mögliche Unfallursache werde Glätte vermutet, bestätigt sei dies jedoch nicht, teilte die Feuerwehr weiter mit.