Bundesminister für Digitales und Staatsumbau: Digitalminister sieht Potential für Einsatz von KI in der Verwaltung

Datum19.10.2025 13:50

Quellewww.zeit.de

TLDRBundesdigitalminister Karsten Wildberger sieht großes Potenzial für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der deutschen Verwaltung. Er betont, dass KI bei der Automatisierung von Routineaufgaben, wie der Prüfung von Bauanträgen und Genehmigungen, helfen kann und bereits eine Arbeitserleichterung von 70 Prozent erreicht wurde. Wildberger ist überzeugt, dass KI langfristig auch bei sensiblen Entscheidungen, wie Asylanträgen, unterstützend eingesetzt werden kann, jedoch stets menschliche Kontrolle erforderlich bleibt.

InhaltDie deutsche Verwaltung arbeite noch zu viel mit Papier, findet Karsten Wildberger. Routinen könnten Künstliche Intelligenzen übernehmen – teils sogar bei Asylanträgen. Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) will Künstliche Intelligenz (KI) künftig verstärkt auch in der Verwaltung einsetzen. Sie könne zum Beispiel bei der Prüfung und Genehmigung von Bauanträgen helfen, sagte er in einem Interview mit dem Spiegel.  Aktuell teste sein Ministerium den Einsatz eines KI-Systems im Bereich der Wasserstoffinfrastruktur, also bei Genehmigungen für den Bau von Leitungen. "Es ist unglaublich, welche Aktenberge da derzeit bearbeitet werden müssen – oft sechs Ordner voller Papier", sagte Wildberger. Eine KI könne viele Routineaufgaben automatisiert übernehmen, etwa das Prüfen von Dokumenten oder das Kontrollieren von Voraussetzungen. "In den zwölf Wochen, in denen wir jetzt daran arbeiten, haben wir bereits eine Arbeitserleichterung von 70 Prozent für die Sachbearbeiter erreicht", sagte der Minister: "Da bin ich ziemlich begeistert." Langfristig könne ein ähnliches System auch bei Hausbaugenehmigungen eingesetzt werden. Menschliche Kontrolle solle jedoch weiterhin an entscheidenden Punkten bestehen bleiben, sagte er. Auf die Frage, ob KI künftig auch über einen Grundsicherungsantrag oder ein Asylgesuch entscheiden könnte, antwortete Wildberger: "Grundsätzlich ja."Der Einsatz hänge jedoch stark vom jeweiligen Fall ab. Bei sensiblen und wichtigen Entscheidungen müsse immer ein Mensch die Kontrolle behalten. Trotzdem sieht Wildberger großes Potenzial: Eine leistungsfähige KI könne 80 bis 90 Prozent der Arbeit übernehmen, insbesondere bei Routineaufgaben. So hätten Sachbearbeiter künftig mehr Zeit für andere Dinge, etwa für den direkten Kontakt mit Bürgerinnen und Bürgern. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.