Gazakrieg : Israel wirft Hamas Bruch von Waffenruhe vor und greift Gaza an

Datum19.10.2025 13:29

Quellewww.zeit.de

TLDRIsrael wirft der Hamas vor, die Waffenruhe im Gaza-Konflikt mehrfach gebrochen zu haben, nachdem sie israelische Soldaten angegriffen hatte. In Reaktion darauf führte Israel Luftangriffe auf Rafah durch, wobei mindestens zwei Palästinenser getötet wurden. Die Hamas wies die Vorwürfe zurück und beschuldigte Israel, selbst gegen die Vereinbarung zu verstoßen. Die Situation bleibt angespannt, während die US-Regierung vor möglichen Angriffen der Hamas auf Palästinenser warnt und interne israelische politische Konflikte die Lage weiter komplizieren.

InhaltBrüchige Waffenruhe in Nahost: Laut einem israelischen Militärvertreter hat die Hamas mehrmals Soldaten angegriffen. Israel flog Luftangriffe auf Rafah in Süd-Gaza. Israels Armee hat der islamistischen Terrororganisation Hamas einen schweren Verstoß gegen die Waffenruhe im Gaza-Krieg vorgeworfen. Nach Angaben eines ranghohen israelischen Militärs führte die Hamas mehrere direkte Angriffe auf israelische Truppen durch. Dabei seien israelische Soldaten mit einer Panzerfaust attackiert worden, außerdem habe ein palästinensischer Scharfschütze auf eine israelische Einheit geschossen.  Nach Angaben des Militärs ereigneten sich beide Vorfälle in einem von Israel kontrollierten Gebiet östlich der sogenannten "gelben Linie". Dies werte man als eindeutigen Verstoß gegen die Waffenruhe. Die "gelbe Linie" bezeichnet die Linie der israelischen Armee im Gazastreifen, zu der sich die Truppen am 10. Oktober zurückgezogen hatten. Als Reaktion griff die israelische Luftwaffe übereinstimmenden Berichten zufolge Ziele in Rafah im Süden des Gazastreifens an. Palästinensische Augenzeugen berichteten der Nachrichtenagentur AFP von zwei israelischen Luftangriffen. Auch der öffentliche israelische Rundfunk Kan sowie Medien wie Channel 12 und die Times of Israel berichteten über die Angriffe. Die von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde meldete zwei getötete Palästinenser. Sie seien bei dem Luftangriff im Gebiet Dschabalia im Norden des Küstenstreifens getötet worden. Die Hamas wies Vorwürfe Israels zurück, gegen die Waffenruhe verstoßen zu haben. In einer Mitteilung warf der hochrangige Hamas-Vertreter Izzat al-Risheq Israel vor, selbst die Vereinbarung zu brechen und "fadenscheinige Vorwände" zu konstruieren, um "seine Verbrechen zu rechtfertigen". Zu den Berichten über einen Angriff auf israelische Truppen äußerte sich al-Risheq jedoch nicht eindeutig. Dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu warf er vor, sich vor seinen Verpflichtungen gegenüber den Vermittlern drücken zu wollen, da er unter dem Druck rechtsextremer Koalitionspartner stehe. Der rechtsextreme israelische Polizeiminister Ben-Gvir hatte am Samstag auf Channel 12 gesagt, Netanjahu eine Frist gesetzt zu haben, um die Hamas zu zerschlagen und die Todesstrafe für Terroristen einzuführen. Er drohte mit dem Austritt seiner Partei Otzma Yehudit aus der Regierung, würden seine Forderungen nicht erfüllt. Am Sonntag fordert der Minister Netanjahu dann auf X auf, die Armee anzuweisen, "die Kampfhandlungen im Gazastreifen vollständig und mit voller Stärke wieder aufzunehmen". Seit dem 10. Oktober gilt im Gazastreifen offiziell eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas. Es gab allerdings bereits mehrere gewaltsame Zwischenfälle. So hatte am Samstag der Hamas-Zivilschutz Israel vorgeworfen, bei einem Beschuss auf einen Bus in der Stadt Gaza neun Menschen getötet zu haben.  Außerdem warnten die USA zuletzt vor einem geplanten Angriff der Hamas auf palästinensische Zivilisten. Die Hamas wies auch diesen Vorwurf zurück und sprach von "haltlosen Behauptungen", die im Einklang mit israelischer Propaganda stünden. Nach Inkrafttreten der Waffenruhe und dem Rückzug der israelischen Truppen aus knapp der Hälfte des Küstenstreifens hatte es Berichte über Hinrichtungen von palästinensischen Zivilisten im Gazastreifen durch die Hamas gegeben.