Thüringer Handwerk: Neuauflage für Praktikumsprämie - 120 Euro vom Staat

Datum03.01.2026 06:00

Quellewww.zeit.de

TLDRDie Thüringer Handwerkskammer plant eine Neuauflage der Praktikumsprämie, die 2026 in Kraft tritt und Schülern 120 Euro pro Woche bietet. Ziel ist es, Interesse für Handwerksberufe zu fördern und praktische Erfahrungen während der Schulferien zu ermöglichen. Die Förderung soll aus dem Landeshaushalt finanziert werden, mit 150.000 Euro pro Jahr. Die Initiative liegt bei den Schülern, die sich um Praktikumsplätze in etwa 28.000 Betrieben in Thüringen kümmern sollen. Positives Feedback zeigt, dass viele Praktikanten eine Ausbildung im Handwerk in Betracht ziehen.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Thüringer Handwerk“. Lesen Sie jetzt „Neuauflage für Praktikumsprämie - 120 Euro vom Staat“. Einfach mal reinschnuppern - dazu soll die Praktikumsprämie für Schüler im Thüringer Handwerk einladen. 2026 erlebt die staatliche Förderung, die 120 Euro pro Woche beträgt, eine Neuauflage. "Wir hoffen, dass wir in diesem Jahr erstmals schon in den Winterferien starten können", sagte der Geschäftsführer des Thüringer Handwerkstags, Thomas Malcherek, der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt.  Angesprochen seien Mädchen und Jungen, die während der Schulferien live erleben wollen, wie im Handwerk gearbeitet wird, welche Anforderungen und berufliche Perspektiven es gebe.  Das Geld für die Praktikumsprämien kommt aus dem Thüringer Landeshaushalt. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums stehen dafür in den nächsten beiden Jahren jeweils 150.000 Euro zur Verfügung.  Viele Betriebe würden Praktikumsplätze anbieten - die Initiative zur Kontaktaufnahme müsse aber von den Schülern kommen. "Sie müssen sich selbst kümmern. Es ist gut, wenn Interesse besteht", betont Malcherek. Schließlich sollen die Praktika in Thüringer Handwerksbetrieben Schülern bei der späteren Berufsentscheidung helfen.  Thüringens Handwerk sieht in der Förderung einen Weg, das Interesse an Handwerksberufen zu wecken. Und es gebe bereits positive Effekte: 2025 seien 22 Prozent der Praktikanten weiblich gewesen, obwohl junge Frauen bei den Azubis nur einen Anteil von 17 Prozent hätten. Und ein Drittel der Praktikanten waren Gymnasiasten - mehr als doppelt so viele wie bei den Lehrlingen im Handwerk.  "Wir hoffen, dass eine Ausbildung im Handwerk mit ihren Karrierechancen einen höheren Stellenwert bekommt. Hier kann man gutes Geld verdienen", so Malcherek. Zu oft gebe es noch die Vorstellung, ein akademischer Abschluss eröffne jungen Leuten bessere Zukunftsaussichten.  Praktikanten interessierten sich im vergangenen Jahr vor allem für Berufe im Bereich Kfz-Mechatronik sowie Heizung, Klima, Sanitär, Elektronik, aber auch Tischler und Dachdecker als Beruf waren von Interesse. 80 Prozent von ihnen hätten nach einem Praktikum angegeben, dass für sie eine Ausbildung im Handwerk infrage komme. Zwei Drittel meinten, sie könnten sich vorstellen, eine Ausbildung in ihrem Praktikumsbetrieb zu absolvieren, habe eine Umfrage ergeben.  Die Praktikumsprämie sei in Erfurt und Weimar, im Eichsfeld, dem Wartburgkreis sowie in den Kreisen Sömmerda und Greiz am häufigsten genutzt worden. Viele hundert Praktikumswochen könnten finanziert werden, die für die Schüler vor allem den Aufwand abdecken soll, in den Ferien täglich in einen Betrieb zu fahren.  Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben von Malcherek mehr als 3.000 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen. "Das ist ein leichter Zuwachs von mehr als einem Prozent." Das Handwerk gehört mit etwa 28.000 Betrieben und mehr als 140.000 Beschäftigten zu den großen Branchen und Arbeitgebern in Thüringen. © dpa-infocom, dpa:260103-930-492506/1