Datum03.01.2026 05:00
Quellewww.zeit.de
TLDREin Brand in einer Bar in Crans-Montana, Schweiz, forderte 40 Todesopfer und verletzte 119 Menschen, hauptsächlich Schweizer, Franzosen und Italiener. Elf schwerverletzte Patienten wurden in deutschen Kliniken behandelt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun zu den Ursachen, einschließlich Sicherheitsmaßnahmen und möglichen fahrlässigen Handlungen. Betreiber der Bar, die schwanger im Einsatz war, kooperieren mit den Behörden. Es wird untersucht, ob Material- und Umbauarbeiten zur Brandentstehung beitrugen. Ich habe bis jetzt keine strafrechtlich relevanten Hinweise erhalten.
InhaltVier Patienten sind bereits in deutschen Kliniken, die Versorgung weiterer sieben wurde in die Wege geleitet. Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen aufgenommen. Deutschland ist mit seinen zahlreichen auf Brandfälle spezialisierten Kliniken besonders gefragt bei der Behandlung der zum Großteil schwer verletzten Menschen aus dem Brandunglück in Crans-Montana in der Schweiz. Vier Patienten wurden innerhalb kurzer Zeit nach der Katastrophe in der Silvesternacht aufgenommen und die Versorgung weiterer sieben in die Wege geleitet, wie das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) am Freitagabend mitteilte. Die deutschen Kliniken böten darüber hinaus weitere Transport- und Behandlungsmöglichkeiten an. Bei der Katastrophe war eine Bar im Skiort Crans-Montana am frühen Neujahrsmorgen in Brand geraten, und viele junge Menschen konnten sich nicht mehr oder nur schwer verletzt nach draußen retten. Insgesamt kamen 40 Menschen ums Leben, 119 erlitten überwiegend schwere Brandverletzungen. Die Behandlung kann sich je nach Schweregrad über Monate hinziehen. Unter den Verletzten waren vor allem Schweizer, Franzosen und Italiener – Deutsche nach ersten Angaben nicht. Über die Identität der 40 Toten machten die Behörden noch keine Angaben. Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen aufgenommen. Das französische Paar, das die Bar betreibt, wurde als Zeugen verhört. "Wir können weder schlafen noch essen, es geht uns allen sehr schlecht", sagte der Wirt nach einem Bericht des Nachrichtenportals 20 Minuten in einem Gespräch. Sie kooperierten mit den Behörden. "Wir werden alles tun, um mitzuhelfen, die Ursachen zu klären", zitiert das Nachrichtenportal den Wirt. "Wir tun alles in unserer Macht Stehende. Auch unsere Anwälte sind involviert." Seine Frau war nach Medienberichten in der Nacht in der Bar und wurde leicht verletzt. Die Staatsanwaltschaft prüft unter anderem Umbauarbeiten, verwendete Materialien, Betriebsgenehmigungen, Sicherheitsmaßnahmen, Brandschutznormen und Flucht- und Evakuierungswege, wie Oberstaatsanwältin Beatrice Pilloud sagte. Geprüft werde auch, ob Anwesende, die noch leben, strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden können. Auf Fotos und Videos waren feiernde Menschen mit Feuerwerk in Champagnerflaschen zu sehen, das nach ersten Ermittlungen Schaumstoff an der Decke in Brand gesteckt haben dürfte. In Betracht kämen etwa fahrlässige Brandstiftung oder fahrlässige Tötung, sagte Pilloud. Bislang gebe es aber keine strafrechtlich relevanten Anhaltspunkte, betonte sie.