Datum03.01.2026 04:55
Quellewww.zeit.de
TLDRDie Bergwacht Sankt Andreasberg warnt vor zunehmender Unterschätzung der Gefahren in den niedersächsischen Bergen. Immer mehr Menschen, besonders Gelegenheitswanderer, benötigen Hilfe aufgrund unzureichender Vorbereitung und falscher Ausrüstung. Im vergangenen Jahr gab es mehrere Notfälle, darunter zwei Wiederbelebungen. Die Bergwacht empfiehlt, Aktivitäten sorgfältig zu planen, nur eigene Fähigkeiten zu nutzen und bei Bedarf professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Während die Einsätze insgesamt zurückgingen, gab es weiterhin viele Hilfeleistungen, insbesondere bei Mountainbike-Unfällen.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Bergwacht im Harz“. Lesen Sie jetzt „Mehr Menschen unterschätzen die Berge in Niedersachsen“. Immer mehr Menschen unterschätzen Gefahren in den Bergen. Das teilte die Bergwacht Sankt Andreasberg mit, die für den niedersächsischen Harz zuständig ist. Demnach benötigen vor allem Menschen, die sich seltener im Gebirge aufhalten, immer häufiger Hilfe. "Sie befassen sich im Vorfeld nicht mit möglichen Schwierigkeiten, die aufgrund von Wettersituationen eintreten können", sagte eine Sprecherin. Auch falsche Ausrüstung sei ein Thema. Häufig stürzen Menschen demnach, weil sie keine knöchelhohen Schuhe mit rutschfester Sohle tragen. Oft sei zudem bei Notrufen der Handy-Akku "schon auf Sparflamme, so dass der Kontakt und die Ortung schwierig sind". Oft überschätzen sich Menschen demnach auch. Im vergangenen Jahr habe es zwei Wiederbelebungen gegeben. Ein Mann beispielsweise sei Mountainbike gefahren, obwohl er im Vorfeld über Herz-Kreislauf-Probleme geklagt hatte. Kletterer wiederum würden in Hallen bei Idealbedingungen trainieren und hätten so ein falsches Bild. Denn: Am Naturfels gebe es "keine Kennzeichnung der Routen, die festen Sicherungen sind weit voneinander entfernt und das Legen der mobilen Sicherungen bedarf einer intensiven Schulung und vielfachen Übung", sagte die Sprecherin. Die Bergwacht rät dazu, Ausflüge und Aktivitäten in der Natur gut zu planen. Generell sollten auch nur Sportarten ausgeübt werden, die man sicher beherrscht. "Im Zweifel professionelle Unterstützung oder zusätzliche Ausbildungseinheiten in Anspruch nehmen. Der Alpenverein bietet vielfältige Angebote", sagte die Sprecherin. Sollte doch mal etwas schiefgehen, empfiehlt sie, lieber frühzeitig den Notruf wählen und bei einer Entwarnung die Retter ebenfalls informieren. Zu richtigen Planung und Ausrüstung gehören unter anderem: Die Bergwacht im niedersächsischen Harz musste im vergangenen Jahr erneut hunderte Male ausrücken. Die Zahlen sind nach vorläufigen Erkenntnissen etwas geringer als in den Vorjahren, als es knapp unter 400 Einsätze gab, wie eine Sprecherin der Bergwacht sagte. Grund dafür sei ein milder Winter mit weniger Wintersport gewesen. Die Einsätze im Winter seien um gut ein Drittel zurückgegangen. Im Sommer hingegen habe es wie in den Vorjahren viele Einsätze in Mountain-Bike-Parks gegeben, um gestürzte Radfahrer zu bergen. Auch der mehrtägige Waldbrand bei Goslar beschäftigte die Bergwacht. Mit Material und Spezialkräften unterstützten und sicherten sie Feuerwehrleute in steilem Gelände. Dazu werden bei der Bergwacht seit zwei Jahren Fachleute ausgebildet. © dpa-infocom, dpa:260103-930-492429/1