Datum03.01.2026 04:15
Quellewww.zeit.de
TLDRDie Deutsche Stiftung Patientenschutz fordert, dass Fachärzte Befunde und Therapieempfehlungen direkt mit Patienten besprechen, anstatt die Patienten an Hausärzte zu verweisen. Vorstand Eugen Brysch kritisiert diese Praxis als unzureichend und verlangt von Gesundheitsministerin Nina Warken, entsprechende Verpflichtungen einzuführen. Zudem wird eine Lösung für die ungleiche Verteilung von Praxisstandorten gefordert. Brysch äußert Bedenken gegenüber der geplanten "Erst-Hausarzt-Pflicht" und warnt vor den Herausforderungen, die diese Regelung mit sich bringen könnte.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Gesundheitswesen“. Lesen Sie jetzt „Patientenschützer: Fachärzte müssen Befunde erläutern“. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz dringt auf Verbesserungen bei der Versorgung in den Praxen. Es sei absurd, dass sich viele Fachärzte mittlerweile davon verabschiedet hätten, Befunde und Therapieempfehlungen direkt mit den Kranken zu besprechen, sagte Vorstand Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur. Patienten seien so gezwungen, danach den Hausarzt zu konsultieren, der zum "Erklärbären" mutiere. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) müsse Fachärzte verpflichten, Befunde auch zu erläutern. Brysch forderte außerdem, Ungleichgewichte zwischen Stadt und Land bei der Verteilung von Praxisstandorten anzugehen. Er sprach sich für die Abschaffung von Vermittlungsvergütungen für Hausärzte aus, wenn sie direkt Termine bei Fachärzten vereinbaren. "Was als gut gemeinte Ausnahmeregelung eingeführt wurde, ist zu einer sprudelnden Einnahmequelle ohne Mehrwert geworden." Der Patientenschützer warnte vor hohen Erwartungen an die von Warken geplante stärkere Steuerung von Terminen bei Fachärzten über Hausärzte. Diese "Erst-Hausarzt-Pflicht" solle zum Allheilmittel für alle Probleme der ambulant-ärztlichen Versorgung werden, sagte Brysch. Völlig ungeklärt sei aber unter anderem, wie zusätzliche Patienten von Hausärzten betreut werden könnten. "Schließlich gehen in den nächsten Jahren mehr Hausärztinnen und Hausärzte in den Ruhestand oder wollen ihre Arbeitszeit reduzieren." Union und SPD wollen ein verbindliches System einführen, bei dem Patienten primär in eine Hausarztpraxis gehen, die sie bei Bedarf – mit Termin in einem bestimmten Zeitraum – an Fachärztinnen und Fachärzte überweist. Brysch bezweifelt, dass eine solche "Termingarantie" tatsächlich greift. "Die schwarz-rote Koalition läuft Gefahr, mit der Zwangsregelung ein ähnliches politisches Fiasko zu erleben wie die gescheiterte Ampelregierung mit ihrem Heizungsgesetz." © dpa-infocom, dpa:260103-930-492389/1