Datum03.01.2026 04:00
Quellewww.zeit.de
TLDRIm Jahr 2025 wurden in Baden-Württemberg mit 14.813 Erdblitzen deutlich weniger Blitzereignisse gezählt als im Vorjahr (22.464). Dies liegt vor allem an trockenen Wetterbedingungen in den gewitterträchtigen Monaten, die eine wichtige Voraussetzung für Gewitter und damit Blitze sind. Insbesondere waren März, Mai, August und September trocken, während im Juli kühle Temperaturen herrschten. Laut Tanja Egerer vom DWD fehlen feuchte Luftmassen und Temperaturunterschiede für die Bildung von Gewittern.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Wetter“. Lesen Sie jetzt „2025 im Südwesten deutlich weniger Blitze als im Vorjahr“. In Baden-Württemberg hat es 2025 außergewöhnlich selten geblitzt. 14.813 Erdblitze zählte der Informationsdienst Aldis/Blids im Verlauf des vergangenen Jahres. Im Vorjahr registrierte das Sensornetzwerk der in Österreich ansässigen Experten noch 22.464 Einschläge. Insgesamt wurden in Deutschland 2025 nicht einmal halb so viele Erdblitze wie im Vorjahreszeitraum gezählt. Aber warum war 2025 so blitzarm? Wetter ist komplex, die Antwort also vielschichtig, doch ein wichtiger Effekt ist relativ klar: in den meisten der gewitterträchtigen Monate war es diesmal schlicht zu trocken. Hohe Blitzzahlen gibt es typischerweise von Mai bis September, die allermeisten im Juni, Juli und August. Und laut Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) war es - abgesehen vom Juli und September - deutlich trockener als sonst. Und ausgerechnet im Juli war es zwischenzeitlich eher kalt. Damit fehlte also relativ oft eine der zentralen Zutaten für Blitze: Für Gewitter brauche man feuchte und energiereiche Luftmassen, erklärt Tanja Egerer vom DWD, zudem große Temperaturunterschiede zwischen oben und unten und einen Hebungsimpuls, der dafür sorgt, dass die Luft vom Boden nach oben kommt. Letzteres kann beispielsweise ein Gebirge, Hitze am Boden oder auch ein Impuls aus höheren Luftschichten sein. "Oft geht es um die Mittagszeit im Bergland mit Gewittern los, die dann abhängig von den Strömungsverhältnissen ins Umland ziehen", erklärt die Meteorologin. Die von Aldis/Blids erhobenen Zahlen unterscheiden sich von anderen Blitzstatistiken, die daher teilweise zu deutlich anderen Ergebnissen kommen. In der hier genannten Statistik zählen nur Erdblitze - also Einschläge und keine Entladungen in den Wolken - und jeder Blitz nur einmal. Häufig kommt es nämlich vor, dass durch einen Blitzkanal in kürzester Zeit mehrere Entladungen fließen. Für Beobachter sieht das wie ein Flackern des Blitzes aus. In manchen Statistiken werden dann mehrere Blitze gezählt, in der hier vorliegenden nur einer. © dpa-infocom, dpa:260103-930-492376/1