Datum03.01.2026 02:02
Quellewww.zeit.de
TLDRIm Iran dauern die regierungskritischen Demonstrationen an, ausgelöst durch hohe Lebenshaltungskosten und eine schlechte Wirtschaftslage. Proteste haben auch die Hauptstadt Teheran erreicht, begleitet von Ausschreitungen. Irans Außenminister warnte die USA vor einer Einmischung, nachdem US-Präsident Trump zu einem Eingreifen aufgerufen hatte. Reza Pahlavi, Sohn des gestürzten Schahs, forderte zu größeren Protesten auf, während die Opposition im Exil als zersplittert gilt. Mindestens zehn Menschen sind laut Aktivisten bisher ums Leben gekommen.
InhaltIm Iran protestieren erneut Menschen gegen hohe Lebenshaltungskosten und die schlechte Wirtschaftslage. Der iranische Außenminister warnt die USA vor einem Eingreifen. Die Proteste gegen die iranische Staatsführung sind Berichten zufolge in die Hauptstadt und Millionenmetropole Teheran zurückgekehrt. In dem südlichen Stadtviertel Nasi Abad kam es zu Ausschreitungen, wie Aktivisten und Nutzer in den sozialen Medien berichteten. Auf Videos im Netz war zu sehen, wie Menschen durch die Straßen zogen und Slogans gegen die Führung der Islamischen Republik riefen. Bilder zeigten vereinzelt brennende Müllcontainer. Die Echtheit der Aufnahmen ließ sich zunächst nicht verifizieren. Unterdessen rief Reza Pahlavi, Sohn des 1979 gestürzten Schahs, zu Protesten in der Hauptstadt auf. In einem Post auf der Plattform X forderte er eine "millionenfache Präsenz" der Menschen in Teheran und die "Errichtung von Straßensperren auf Schlüsselachsen und Hauptverkehrsstraßen." Pahlavi lebt im Exil. Wie viel Einfluss er auf die Proteste hat, ist unklar. Irans Opposition im Ausland gilt als zerstritten und zersplittert. In anderen Landesteilen gingen die Proteste Berichten zufolge weiter. Auch die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete über Demonstrationen unter anderem in Ghom, Marwdascht, Maschhad und Hamedan. Zuletzt war es vor allem auf dem Land zu Ausschreitungen und Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten gekommen. Mindestens zehn Menschen kamen laut Menschenrechtsaktivisten bisher ums Leben. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi kritisierte am Freitag Äußerungen von US-Präsident Donald Trump als "leichtfertig und gefährlich", wonach die USA zum Schutz der Demonstranten im Iran intervenieren könnten. "Wenn der Iran auf friedliche Demonstranten schießt und sie gewaltsam tötet, wie er es üblicherweise tut, werden die Vereinigten Staaten ihnen zur Hilfe kommen", hatte Trump in seinem Onlinedienst Truth Social geschrieben. Irans Sicherheitschef Ali Laridschani teilte daraufhin mit, Trump solle "auf seine Soldaten Acht geben". Jegliche Einmischung der USA würde "die gesamte Region destabilisieren und Amerikas Interessen zerstören", warnte er. Ein Berater des obersten geistlichen Führers Ayatollah Ali Chamenei, Ali Schamchani, betonte, jegliches Eingreifen der USA werde eine entsprechende Reaktion auslösen. Die Sicherheit des Landes sei eine "rote Linie", die nicht überschritten werden dürfe. Im Iran gibt es seit Tagen Proteste gegen die hohen Lebenshaltungskosten und die schlechte Wirtschaftslage. Zunächst demonstrierten vor allem Händler, inzwischen schlossen sich auch zahlreiche Studierende der Protestbewegung an. Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen in mehreren Städten wurden am Donnerstag mindestens fünf Demonstrierende sowie ein Mitglied der Sicherheitskräfte getötet.