Umstrittenes Vorgehen: UN-Chef fordert von Israel Aufhebung von Arbeitsverbot

Datum03.01.2026 01:25

Quellewww.zeit.de

TLDRUN-Generalsekretär António Guterres fordert Israel auf, das Arbeitsverbot für 37 internationale Hilfsorganisationen, darunter Ärzte ohne Grenzen und Oxfam, aufzuheben. Diese Maßnahme erschwert die humanitäre Hilfe für Palästinenser und könnte die Krise weiter verschärfen, warnen die Organisationen. Israel rechtfertigt die Lizenzanforderungen als Schutzmaßnahmen gegen Terrorismus, während Kritiker die Vorschriften als willkürlich und als Verstoß gegen humanitäre Prinzipien betrachten. Die betroffenen Organisationen müssen bis März 2026 ihre Aktivitäten einstellen.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Umstrittenes Vorgehen“. Lesen Sie jetzt „UN-Chef fordert von Israel Aufhebung von Arbeitsverbot“. UN-Generalsekretär António Guterres fordert von Israel, den Lizenzentzug für Dutzende internationale Hilfsorganisationen rückgängig zu machen. Israels Maßnahme werde die humanitäre Krise der Palästinenser weiter verschärfen, warnte Guterres nach Angaben seines Sprechers Stéphane Dujarric. Betroffen von Israels Maßnahme sind 37 Organisationen, unter anderem Ärzte ohne Grenzen und Oxfam. Sie lehnen die ab 1. Januar 2026 von Israel geforderte Registrierung als gesetzeswidrig ab.  Die Organisationen müssen ihre Aktivitäten nun bis März endgültig einstellen. "Wir fordern die israelische Regierung auf, die Verfahren zur Aberkennung der Registrierung unverzüglich einzustellen und die Maßnahmen aufzuheben, die humanitäre Hilfe behindern", heißt es in einer von Oxfam verbreiteten gemeinsamen Erklärung von 53 internationalen Nichtregierungsorganisationen. "Wir appellieren an die Geberländer, alle verfügbaren Mittel einzusetzen, um die Aussetzung und Rücknahme dieser Maßnahmen zu erreichen", heißt es darin.  Israels Maßnahme betrifft auch Tätigkeiten im vom Krieg zwischen Israel und der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas weitgehend zerstörten Gazastreifen. Die Drohung der israelischen Regierung, den Organisationen die Registrierung zu verweigern, sei "ein zynischer und kalkulierter Versuch, die Organisationen daran zu hindern, im Gazastreifen und im Westjordanland Hilfe zu leisten. Damit verstößt Israel gegen seine Verpflichtungen nach dem humanitären Völkerrecht", heißt es in einer Erklärung von Ärzte ohne Grenzen.  Das israelische Außenministerium hatte zuvor erklärt, die Registrierung diene dazu, "die Beteiligung terroristischer Elemente zu verhindern und die Integrität der humanitären Arbeit zu schützen". Kritiker sehen in den Regierungsauflagen dagegen unklare Bestimmungen, die willkürliche Entscheidungen ermöglichen.  Internationale Organisationen sollen demnach auch vertrauliche Informationen über palästinensische Mitarbeiter offenlegen und auf Verlangen Mitarbeiter entlassen, ohne dass dafür Gründe genannt werden. Die Beteiligung einer Konfliktpartei an der Personalüberprüfung wird als Verstoß gegen humanitäre Grundsätze wie Neutralität und Unabhängigkeit bewertet. Angebote zur Überprüfung durch neutrale Stellen seien bislang abgelehnt worden. © dpa-infocom, dpa:260103-930-492172/1