Datum03.01.2026 01:17
Quellewww.spiegel.de
TLDRRWE-Chef Markus Krebber prognostiziert sinkende Strom- und Gaspreise in Deutschland, unterstützt durch staatliche Zuschüsse und ein wachsendes Angebot an Flüssiggas (LNG). Er erwartet, dass 2026 viele Stromkunden von günstigeren Preisen profitieren werden. Während die Gasversorgung für diesen Winter als gesichert gilt, warnt Krebber vor Risiken im Energiesystem und betont die Notwendigkeit, LNG-Terminals auszubauen. Zudem sieht er vielversprechende Entwicklungen auf dem US-Markt, wo RWE seine Investitionen wieder erhöht.
InhaltStaatliche Zuschüsse und wachsendes Angebot dämpfen die Energiepreise in Deutschland, sagt RWE-Konzernchef Markus Krebber. Doch er sieht auch Risiken. Dem US-Markt bescheinigt er inzwischen wieder stabile Bedingungen. Der Chef des Energiekonzerns RWE, Markus Krebber, rechnet mit sinkenden Preisen bei Strom und Gas. Die Großhandelspreise beim Strom seien stabil, sagte Krebber der "Rheinischen Post". "Da der Staat die Netzentgelte bezuschusst, wird es für viele Stromkunden unterm Strich 2026 günstiger werden." Auf mittlere Frist erwarte er dann stabile Preise, denn die Erzeugung werde günstiger, während die Netzentgelte steigen. Nach Berechnungen des Vergleichsportals Verivox führen die geringeren Stromnetzgebühren in diesem Jahr für einen Haushalt mit einem Stromverbrauch von 4000 Kilowattstunden pro Jahr zu einer Entlastung von 77 Euro brutto. RWE erzeugt seinen Strom unter anderem in Gaskraftwerken. Das Unternehmen beliefert seit einigen Jahren nur noch Großkunden, nicht etwa Privathaushalte. Krebber geht davon aus, dass RWE in den nächsten zwei Jahren von sinkenden Gaspreisen profitieren wird. Als Grund nannte er ein wachsendes Angebot an Flüssiggas (LNG). Wie die Bundesregierung und die Bundesnetzagentur hält der RWE-Chef die Gasversorgung in diesem Winter für gesichert. "Bei einem normal kalten Winter hat Deutschland kein Problem beim Gas, die Lieferwege sind stabil. Doch das Energiesystem ist auf Kante genäht, das ist riskant", sagte Krebber. "Wenn man jeden Winter schaffen will, auch wenn es sehr kalt wird oder es Lieferausfälle gibt, ist es wichtig, die LNG-Terminals auszubauen." Rund die Hälfte der aktuellen Investitionen fließt inzwischen in die USA. Kein anderer Markt entwickelt sich derzeit so dynamisch, sagt Krebber. Nach einer Phase der Unsicherheit sieht er dort wieder stabile Bedingungen: Die Förderung von erneuerbaren Energien und Speichersystemen laufe, mit Ausnahme der Offshore-Projekte, bis 2030 weiter. Auch die zuvor bestehenden Zollrisiken hätten sich weitgehend erledigt. "Daher haben wir unsere Investitionen in den USA wieder aufgenommen", sagte Krebber.