Datum02.01.2026 20:18
Quellewww.spiegel.de
TLDRVenezuelas Staatschef Nicolás Maduro hat in einem Interview versöhnliche Töne gegenüber den USA angeschlagen und Gesprächsbereitschaft über Drogenbekämpfung sowie US-Investments im Ölsektor signalisiert. Trotz der aggressiven militärischen Aktivitäten der CIA in Venezuela, einschließlich eines kürzlichen Angriffs, betont Maduro die Brüderlichkeit zwischen den Ländern. Er fordert ernsthafte Verhandlungen über den Drogenhandel und ist offen für US-Ölgeschäfte. Diese Äußerungen markieren eine deutliche Änderung in Maduros Rhetorik im Vergleich zu seinen vorherigen Angriffen auf die US-Politik.
InhaltDie CIA hat erst vor wenigen Tagen erstmals auf dem Festland Venezuelas zugeschlagen, da ändert Machthaber Maduro seinen Ton. Er will nun mit der Trump-Regierung über Drogenschmuggel und Investments im Ölgeschäft sprechen. Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro versucht im Konflikt mit den USA, auf die Regierung von Präsident Donald Trump zuzugehen. In einem Neujahrsinterview schlug Maduro versöhnliche Töne an und bot Gespräche über den Kampf gegen den Drogenhandel sowie einen erleichterten Zugang zu venezolanischem Öl für US-Firmen an. "Den Menschen in den USA sage ich, was ich immer gesagt habe: Venezuela ist ein Bruderland, eine befreundete Regierung", sagte Maduro in dem Interview, das im venezolanischen Staatsfernsehen gesendet wurde. "Wir müssen anfangen, ernsthaft zu reden, mit den Fakten auf dem Tisch." Wenn die US-Regierung ernsthaft über ein Abkommen zur Bekämpfung des Drogenhandels sprechen wolle, sei Venezuela dazu bereit. "Wenn sie Venezuelas Öl wollen, ist Venezuela bereit, US-Investitionen wie die von Chevron zu akzeptieren, wann, wo und wie sie diese tätigen wollen." Die USA haben ihre Militärpräsenz in der südlichen Karibik stark ausgebaut. Trump hat den aus seiner Sicht "illegitimen" Maduro beschuldigt, einen Drogenstaat zu führen, und gedroht, ihn von der Macht zu entfernen. Maduro wies die Vorwürfe zurück und erklärte, die USA wollten ihn stürzen, um die Kontrolle über die riesigen Ölreserven Venezuelas zu erlangen. Noch kurz vor Weihnachten hatte Maduro Trump aufgefordert, sich auf innenpolitische Probleme zu konzentrieren. Seine Äußerungen in dem Interview stellen im Vergleich dazu eine deutliche Tonänderung gegenüber den USA dar. Und das, obwohl die Vereinigten Staaten erst vor wenigen Tagen erstmals ein Ziel auf dem Festland Venezuelas angegriffen haben. Es habe eine große Explosion in einem Hafengebiet gegeben, in dem Drogen auf Boote verladen würden, hatte Trump am Montag gesagt. "Wir haben alle Boote getroffen, und jetzt haben wir das Gebiet getroffen." Den Angriff hat die CIA ausgeführt. Bislang konzentrierte sich das Vorgehen vor allem auf militärische Angriffe gegen Schiffe, die nach US-Angaben zum Drogentransport genutzt wurden. Bei mehr als 20 solchen Angriffen in der Karibik und im Ostpazifik wurden bislang mehr als 100 Menschen getötet. Die Regierung Trump hat zudem eine massive Militärpräsenz in der Karibik mit mehr als 15.000 Soldaten aufgebaut.