Datum02.01.2026 19:29
Quellewww.spiegel.de
TLDRIn Crans-Montana breiteten sich die Ermittlungen nach einer verheerenden Feuersbrunst in der Bar Le Constellation aus, bei der 40 Menschen starben und 120 verletzt wurden. Der Betreiber äußerte sich betroffen und bot umfassende Kooperation bei der Aufklärung der Brandursache, die angeblich durch ein Show-Feuerwerk an Champagnerflaschen ausgelöst wurde. Die Ermittlungen umfassen die Überprüfung der Brandschutzvorschriften sowie die möglicherweise strafrechtliche Verantwortung des Betreiber-Ehepaars. Generalstaatsanwältin Béatrice Pilloud kündigte umfassende Beweisaufnahmen an, einschließlich Handyvideos des Vorfalls.
InhaltDie Ermittlungen zum Inferno in Crans-Montana laufen, befragt wird dabei auch das Betreiber-Ehepaar der Bar, in der das Feuer ausbrach. Medien gegenüber zeigte sich der Wirt des Le Constellation nun erschüttert. Wie kam es zu der Feuerkatastrophe im Schweizer Skiort Crans-Montana? Die Ermittler sind sich derzeit sicher, dass das auf Champagnerflaschen angebrachte Show-Feuerwerk die Decke der Bar Le Constellation entzündet hat. Aber wieso konnte sich der Brand derart schnell ausbreiten? Aufschluss darüber könnte womöglich der Betreiber des Lokals geben. Im Interview mit dem Schweizer Portal "20 Minuten " hat er nun umfangreiche Kooperation bei den Ermittlungen zugesichert: "Wir werden alles tun, um mitzuhelfen, die Ursachen zu klären. Wir tun alles in unserer Macht Stehende." Der Mann, der aus Korsika stammt und das Lokal seit 2015 zusammen mit seiner Frau betreibt, zeigte sich im Gespräch mit dem Portal betroffen: "Wir können weder schlafen noch essen, es geht uns allen sehr schlecht", sagte er. Das Paar hat mittlerweile auch Anwälte eingeschaltet, um der Flut an Anfragen von Behörden, Ermittlern und Medien Herr zu werden. Bislang hatten sich beide kaum öffentlich zu dem Unglück geäußert. Der Zeitung "Tribune de Genéve " gegenüber sagte der Mann, es gehe ihm "nicht gut", er könne derzeit kein Interview geben. Er betonte aber, sein Betrieb sei "in den letzten zehn Jahren dreimal" inspiziert worden, dabei sei "alles vorschriftsmäßig abgelaufen." Bei dem Brand in der Silvesternacht kamen nach derzeitigem Stand 40 Menschen ums Leben, knapp 120 wurden verletzt. Auch der Wirt selbst erlitt eine Brandwunde am Arm, wurde aber schon wieder aus dem Krankenhaus entlassen. Generalstaatsanwältin Béatrice Pilloud sagte am Freitagnachmittag, man befrage bei den Ermittlungen auch die beiden Wirtsleute, sowie Überlebende des Unglücks und weitere Personen. "Diese Befragungen ermöglichten es einerseits, Listen der an diesem Abend anwesenden Personen zu erstellen, die bei der Identifizierung helfen. Andererseits lieferten sie Informationen zur inneren Konfiguration der Räumlichkeiten, zu durchgeführten Umbauten und zur Kapazität", sagte Pilloud. Abgeschlossen seien die Ermittlungen noch nicht: Man werde sich in den nächsten Stunden und Tagen "insbesondere mit den im Barbereich vorgenommenen Arbeiten befassen, mit den verwendeten Materialien, den Betriebsgenehmigungen und den Sicherheitsmaßnahmen", so Pilloud. Man wolle sich vor allem Feuerlöscher, Fluchtwege, die Einhaltung der Brandschutzvorschriften sowie die Mittel zur Brandbekämpfung anschauen. "Zudem wird geprüft, wie viele Personen an diesem Abend anwesend waren, wie viele Gäste die Bar offiziell aufnehmen darf, welche Ausstattung sich in den Räumen befand, wie die Evakuierungswege verliefen und wie der Zugang gestaltet war." Es werde auch geprüft, ob es eine strafrechtliche Verantwortung gegen Personen gebe; sofern sie noch leben würden, könne eine Anklage erhoben werden, zum Beispiel wegen fahrlässiger Brandstiftung, fahrlässiger Körperverletzung oder fahrlässiger Tötung. Das Betreiber-Ehepaar führt nach übereinstimmenden Medienberichten neben der Unglücksbar Le Constellation weitere Lokale, auch in anderen Städten. Bei den Ermittlungen dürften auch zahlreiche Handyvideos eine Rolle spielen, die das Inferno in Crans-Montana zeigen sollen. Darauf ist unter anderem zu sehen, wie die Decke der Bar Feuer fängt. Lesen Sie hier , warum die Dämmung des Lokals womöglich entscheidend war.