Wintereinbruch in Deutschland: Linienbus rutscht Böschung hinab – Glätte sorgt für viele Verkehrsunfälle

Datum02.01.2026 18:43

Quellewww.spiegel.de

TLDRWintereinbruch in Deutschland führte zu zahlreichen Verkehrsunfällen und gefährlichen Straßenbedingungen. In Nordrhein-Westfalen geriet ein Linienbus in Kürten auf glatter Straße in einen Unfall und überschlug sich, wobei der Fahrer schwer und zwei Fahrgäste leicht verletzt wurden. Mehrere Autobahnen waren betroffen, insbesondere durch steckengebliebene Lkw und zahlreiche Unfälle. Die Polizei rät zu erhöhter Vorsicht beim Fahren und prognostiziert winterliche Bedingungen mit möglicherweise weiterem Nachtfrost in den kommenden Tagen.

InhaltSchneefälle haben an vielen Orten für widrige Straßenbedingungen gesorgt. Im Bergischen Land ist ein Bus von der Straße geschlittert, auf mehreren Autobahnen stehen Lkw quer. Die Polizei rät auch am Wochenende zu Vorsicht. In Nordrhein-Westfalen hat ein Busfahrer auf schneeglatter Straße die Kontrolle über einen Linienbus verloren. Der Bus sei einen Hang hinunter geschlittert und habe sich dabei überschlagen, bevor er in ein Haus prallte. Das teilte die Polizei mit. Der 47-jährige Busfahrer wurde schwer verletzt, zwei Fahrgäste kamen mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus. Der Unfall ereignete sich in Kürten im Bergischen Land. In mehreren Teilen Deutschlands führte der Wintereinbruch zu Unfällen und Einschränkungen. Im Sauerland und in der Eifel gab es Dutzende Unfälle im morgendlichen Berufsverkehr. Im Kreis Unna wurde ein 22-Jähriger schwer verletzt, als er mit seinem Auto von der glatten Straße gegen einen Baum rutschte. Auf der A 44 zwischen Marsberg und Lichtenau blieben mehrere Lastwagen stecken. Die Lkw standen bis in die frühen Morgenstunden auf der Fahrbahn, da sie wegen glatter Straßen und starken Schneefalls nicht weiterfahren konnten, wie eine Polizeisprecherin mitteilte. Auch auf der A 1 in der Eifel gab es Probleme mit Lastwagen, die nicht weiterkamen. Und selbst für manche Wintersportler war der Schnee zu viel: Im Eiskanal in Winterberg wurde das Weltcup-Rennen der Skeletonis aufgrund des Wintereinbruchs abgebrochen. Bei einem Verkehrsunfall auf der Bundesstraße 194 zwischen Abtshagen und Steinhagen im Landkreis Vorpommern-Rügen ist ein Lastwagenfahrer schwer verletzt worden. Er kam von der Fahrbahn ab und prallte gegen einen Baum. Straßenglätte ist laut Polizei eine mögliche Ursache für den Unfall. Auf der A 7 zwischen Schnelsen-Nord und Quickborn stießen ein Lieferwagen und ein Sattelzug zusammen. Dabei wurde nach ersten Erkenntnissen ein Mensch verletzt. Auf der Strecke der A 7 zwischen Hamburg und Bad Bramstedt gab es weitere Unfälle mit Blechschäden. Betroffen waren auch die A 1 zwischen Hamburg und Lübeck, die A 23 zwischen Hamburg und Heide sowie Bundes- und Landstraßen. Besonders im Süden und Norden Schleswig-Holsteins gab es nach Polizeiangaben vermehrt Unfälle. Entlang der A 23 hatte es bereits am Neujahrstag 14 Unfälle aufgrund von Straßenglätte durch Hagel und Schneematsch gegeben. Bei zwei Zusammenstößen wurden fünf Menschen leicht verletzt. Am Hamburger Flughafen kam es zu Verzögerungen bei den Starts und Landungen, teilte eine Sprecherin mit. Auf der Autobahn 27 bei Bremen ereigneten sich rund ein Dutzend Unfälle, wie die Polizei mitteilte. Ein 27-Jähriger wurde dabei leicht verletzt. Ursache waren laut Polizei meist zu schnelles Fahren, hektische Lenkmanöver oder zu geringe Sicherheitsabstände. Auf der Autobahn 66 bei Schlüchtern war am frühen Morgen ein Lastwagen von der Straße abgekommen und hatte Feuer gefangen. Der Fahrer sei in ein Krankenhaus gebracht worden, teilte ein Polizeisprecher mit. Die Fahrbahn Richtung Frankfurt war demnach kurzzeitig voll gesperrt. Die Polizei meldete zudem weitere Behinderungen auf der A 66 in beide Richtungen, unter anderem durch liegengebliebene Lkw. In Unterfranken habe es etwa 40 Unfälle mit überwiegend Blechschäden gegeben, hieß es von der Polizei. Ein Mensch sei nach bisherigen Erkenntnissen leicht verletzt worden. Auf der A 7 und der A 3 kam es laut Polizei zu zahlreichen Behinderungen. Lastwagen blieben stecken oder stellten sich quer zur Fahrbahn, Streufahrzeuge kamen im Stau nicht voran – und so dauerte es bis in den späten Vormittag, bis es zwischen Aschaffenburg, Schweinfurt und Würzburg allmählich wieder vorwärtsging. Am Wochenende beruhigt sich das Wetter etwas: "Während es am Samstag südlich der Donau bei Sonnenschein meist schon trocken bleibt, verschiebt sich die Schneeschauertätigkeit am Sonntag weitgehend in die Nordhälfte", sagte Tobias Reinartz vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Eine kleine Ausnahme könnte ein kleinräumiges Tief sein, das in der Nacht zum Sonntag über Deutschland hinwegzieht. Das winterliche Wetter auf den Straßen könnte sich in den nächsten Tagen jedoch fortsetzen – mit teils scharfem Nachtfrost. Die Polizei appelliert, die Fahrweise anzupassen: "In bestimmten Fällen kann es notwendig sein, sehr viel langsamer als die erlaubte Geschwindigkeit zu fahren", hieß es etwa. Die Beamten empfehlen zudem, auf ausreichend Abstand zu anderen Fahrzeugen zu achten und sich nicht auf Assistenzsysteme zu verlassen.