Iran bietet offenbar Verkauf von fortschrittlichen Waffensystemen gegen Kryptogeld an

Datum02.01.2026 18:17

Quellewww.spiegel.de

TLDRIran bietet den Verkauf fortschrittlicher Waffensysteme wie Drohnen und ballistischen Raketen gegen Kryptowährung an, um westlichen Sanktionen zu entgehen. Dies geschieht über die staatliche Einrichtung "Mindex" des Verteidigungsministeriums. Inmitten von anhaltenden Protesten aufgrund der wirtschaftlichen Krise und einer hohen Inflation, drohte US-Präsident Trump mit einem Eingreifen, falls das iranische Regime gewaltsam gegen Demonstranten vorgeht. Die Situation ist kritisch, da die Proteste die größten seit drei Jahren sind, ausgelöst durch den Tod einer Frau in Haft.

InhaltDrohnen, ballistische Raketen, Kriegsschiffe: Das Regime in Teheran versucht offenbar, die westlichen Sanktionen zu umgehen und mit seinen kriegserprobten Rüstungsgütern Kasse zu machen. Irans Generäle sind kriegserprobt. Die vom Westen sanktionierte Theokratie hat zudem in den vergangenen Jahrzehnten eine fähige Rüstungsindustrie aufgebaut. Nun bietet die Islamische Republik offenbar den Verkauf von fortschrittlichen Waffensystemen gegen Kryptogeld an, darunter ballistische Raketen, Drohnen und Kriegsschiffe. Das berichtet  die "Financial Times" (FT). Hinter dem offensichtlichen Versuch, die Sanktionen zu umgehen, steht demnach "Mindex "; es handelt sich hierbei um eine staatliche, auf den Export spezialisierte Einrichtung des Verteidigungsministeriums. Die Veröffentlichung der Recherche kommt zu einem brisanten Zeitpunkt. Seit fast einer Woche kommt es täglich zu Protesten in Iran. Die Demonstranten sind verzweifelt. Der Grund: Die angespannte Wirtschaftslage und der Verfall der Währung. Bei den Protesten sind iranischen Medien und Menschenrechtsgruppen zufolge mehrere Menschen getötet ​worden. Die Unruhen treffen ‌die Führung in Teheran ‍in einer kritischen Phase, da die Wirtschaft unter westlichen Sanktionen, ‍einer Inflationsrate von über 40 Prozent und den Folgen von Luftangriffen Israels ‍und der USA im Juni leidet. Die Proteste sind die größten seit drei Jahren. Damals wurden landesweite Demonstrationen durch den Tod einer jungen Frau ‌in Haft ausgelöst. Menschenrechtsgruppen berichteten von Hunderten Toten. Donald Trump US-Präsident Donald Trump hat Iran mittlerweile mit einem Eingreifen gedroht, sollte das Regime weiter gewaltsam gegen friedliche Demonstranten vorgehen. Falls Iran Demonstranten erschieße und töte, würden die Vereinigten Staaten ihnen zu Hilfe eilen, erklärte Trump am Freitag. "Wir stehen Gewehr bei Fuß und sind bereit", schrieb er auf dem von ihm gegründeten Onlinedienst Truth Social. Ein hochrangiger Berater des Obersten Führers Ajatollah Ali Khamenei reagierte umgehend auf die Drohungen Trumps. "Das amerikanische Volk sollte wissen, dass Trump mit diesem Abenteuer angefangen hat", sagte der Leiter des iranischen Nationalen Sicherheitsrats, Ali Larijani. "Es sollte seine Soldaten im Auge behalten." Die Vereinigten Staaten hatten im Juni ‌2025 iranische Atomanlagen angegriffen und sich damit einem israelischen Luftangriff angeschlossen, der sich auch gegen die militärische Führung richtete.