Meinung: News des Tages: Feuer in Crans-Montana, Residenz von Wladimir Putin, Donald Trump und Iran

Datum02.01.2026 17:21

Quellewww.spiegel.de

TLDREin verheerendes Feuer in der Bar "Le Constellation" in Crans-Montana, Schweiz, forderte rund 40 Todesopfer und über 100 Verletzte, möglicherweise aufgrund fehlerhafter Brandschutzmaßnahmen. In Russland wird ein ukrainischer Drohnenangriff auf Wladimir Putins Residenz behauptet, was die Ukraine als Propaganda zurückweist. Gleichzeitig warnt US-Präsident Donald Trump vor einem gewaltsamen Vorgehen des Iran gegen Demonstranten, die aufgrund der wirtschaftlichen Krise protestieren. Die Lage im Iran bleibt angespannt, während auch interne politische Spannungen bestehen.

InhaltDie Brandursache von Crans-Montana scheint klar, doch hätte das Unglück verhindert werden können? Moskau präsentiert angebliche Beweise für einen ukrainischen Drohnenangriff. Und Trump droht Iran. Das ist die Lage am Freitagabend. Die drei Fragezeichen heute: Nach dem verheerenden Feuer im "Le Constellation" im schweizerischen Crans-Montana in der Silvesternacht richtet sich die Aufmerksamkeit nun auf die Betreiber der Bar sowie auf die Opfer. Ermittler gehen von Feuerfontänen auf Champagnerflaschen als Brandursache aus (hier mehr). Hinweise verdichten sich, dass die Besitzer des "Le Constellation" eine Akustikdämmung aus dem Material "Polyurethan" an der Decke des Kellerlokals verwendet haben könnten, eine Art Schaumstoff, der nur wenig kostet und in kürzester Zeit lichterloh brennt, wenn er Feuer fängt. Mein Kollege Simon Maurer hat in Crans-Montana Timeo und Adrian gesprochen, zwei junge Männer aus Frankreich, die in jenem Moment vor dem Lokal standen, als das Feuer ausbrach. Sie erzählen, dass bereits die Ersten, die aus dem Feuer herauskamen, schwer verletzt waren (hier mehr  ). Die Kantonsregierung des Wallis schrieb in einer Mitteilung von einem "Flashover" in der Bar – einem Brandphänomen, das mit einer plötzlichen Feuerwolke verglichen wird. Auch von Explosionen wurde berichtet. Meine Kollegin Anastasia Trenkler hat mit Sylvia Heilmann, Prüfingenieurin für Brandschutz und promovierte Expertin auf dem Gebiet, gesprochen. "Beide Feuerphänomene sind furchtbar und meist tödlich", sagt Heilmann (hier mehr ). Bei dem Unglück kamen rund 40 Menschen ums Leben, mehr als 100 wurden verletzt. Präsident Guy Parmelin sprach von einer der schlimmsten Tragödien in der Geschichte des Landes. Crans-Montana gilt als nobles Wintersportziel mit Blick auf Matterhorn und Mont Blanc und zieht viele internationale Besucher an. Das nahegelegene Krankenhaus war rasch überlastet; etwa 50 Schwerverletzte mussten auf spezialisierte Kliniken in Zürich, Lausanne und Bern verteilt werden. Auch nach Frankreich, Italien und Deutschland wurden Opfer ausgeflogen. Viele Verletzte waren junge Menschen, da die Bar besonders bei jüngeren Gästen beliebt war. Nicht nur für die Überlebenden wird diese Nacht als traumatische Erfahrung in Erinnerung bleiben. In der ganzen Schweiz wird das Unglück als nationale Katastrophe empfunden. Seit Tagen beklagt sich Russland, die Ukraine habe es mit einem Drohnenangriff auf eine der Residenzen von Machthaber Wladimir Putin in Nowgorod zwischen Moskau und Sankt Petersburg abgesehen. Die CIA zweifelt und soll US-Medien zufolge ermittelt haben, dass die Drohnen keines von Putins Häusern als Ziel hatten (hier mehr dazu). Doch die Russen beharren auf ihrer Version und wollen Navigationsdaten einer ukrainischen Drohne entschlüsselt haben. Das Verteidigungsministerium übergab eine Mappe mit den Daten und Drohnenteilen einem Vertreter der US-Botschaft in Moskau. In einem Video behauptet GRU-Chef Igor Kostjukow, die Drohne habe am 29. Dezember 2025 einen Anschlag auf Putins Waldai-Residenz ausführen sollen. Russland hoffe, dies trage zur "Wahrheitsfindung" bei. Die Ukraine bezeichnet die Vorwürfe als Lüge zur Rechtfertigung russischer Angriffe auf Regierungsgebäude in Kyjiw und betont, nur militärische und andere legitime Ziele zu treffen. Bereits seit Ende Dezember beschuldigt Moskau Kyjiw, Drohnen auf Putins Residenz angesetzt zu haben, legte jedoch am Silvestertag Videos mit Karten und Wrackteilen vor. Putin informierte daraufhin US-Präsident Donald Trump über die Vorfälle. Trotz der Spannungen will der Kreml laut eigenen Angaben an den von Trump angestoßenen Friedensgesprächen festhalten, aber eine härtere Haltung einnehmen. Vielleicht lässt sich gar nicht endgültig klären, ob die Drohnen einem militärischen Ziel in der Region von Putins Residenz galten – oder dem Anwesen selbst. Doch die Ukraine verteidigt sich seit fast vier Jahren gegen den russischen Angriffskrieg. Wenn der aufhört, fliegen wahrscheinlich auch keine ukrainischen Dohnen mehr über Putins Kopf. US-Präsident Donald Trump hat das iranische Regime vor einem gewaltsamen Vorgehen gegen Demonstranten gewarnt. Sollten Sicherheitskräfte friedliche Protestierende "erschießen und töten", würden die USA eingreifen, erklärte er auf seiner Plattform Truth Social (hier dazu mehr). Seit Tagen dauern in mehreren iranischen Städten Proteste an, die mit Aktionen von Ladenbesitzern in Teheran begonnen hatten. Auslöser ist der massive Verfall der Landeswährung Rial, die hohe Inflation von 42 Prozent und stark gestiegene Lebensmittelpreise. Die wirtschaftlich motivierten Demonstrationen haben mittlerweile eine politische Dimension: Rufe wie "Tod dem Diktator" richten sich offen gegen die Führung. Präsident Masoud Pezeshkian zeigte Verständnis für die Not der Bevölkerung und kündigte Gespräche mit Gewerkschaften an, während Sicherheitskräfte mit Härte gegen Protestierende vorgehen. Laut Menschenrechtsgruppen wurden mindestens sieben Menschen getötet (hier mehr). Die Unruhen treffen Teheran in einer angespannten Lage: Sanktionen, Kriegsfolgen und Spannungen mit Israel und den USA belasten das Land. Im Juni hatten beide Staaten iranische Atomanlagen angegriffen, zuletzt drohte Trump erneut mit Militärschlägen. Irans Ex-Parlamentspräsident Ali Larijani warnte vor US-Einmischung und beschuldigte Washington und Israel, die Proteste anzuheizen – Beweise legte er nicht vor. Ulrich Siegmund hat auf TikTok 600.000 Follower. Damit ist er zweifelsohne ein Influencer. Nur leider beeinflusst er seine Fans mit ziemlich radikalen Thesen und billigen Pauschalierungen (hier mehr ). Klimaschutz? "Braucht niemand". Menschen mit Migrationsgeschichte? "Kontrolldruck massiv erhöhen". Schulpflicht und Demokratieprojekte? Gehören abgeschafft. Zumindest in Sachsen-Anhalt könnte Siegmund, dem seine Anhänger bei Veranstaltungen mit dem unseligen "Sieg" zujubeln und dann "Mund" hinterherschieben, seine Pläne womöglich umsetzen. Wenn die AfD bei der kommenden Landtagswahl die absolute Mehrheit holen sollte, wird er wohl Ministerpräsident. Meine Kollegin Ann-Kathrin Müller und mein Kollege Peter Maxwill haben den Populisten lange begleitet. Auf einem Sommerfest rief er Familien zu: "Wir stehen zusammen, wir halten zusammen, weil wir alle ein Ziel haben." Seins ist es offenbar, die Demokratie abzuschaffen, wie Sachsen-Anhalt sie seit 36 Jahren kennt. Mit S(e)oul: Die K-Pop-Superstars BTS kehren nach absolviertem Militärdienst und Soloprojekten mit einem neuen Album zurück. Das haben sie ihren Fans mit handgeschriebenen Grüßen im Netz angekündigt. Das Album soll bereits im März erscheinen. "Mehr als jeder andere" habe er auf dieses Comeback gewartet, schrieb Leadsänger RM, Jungkook ergänzte: "Mein Herz ist immer noch dasselbe. Ich werde weiterhin mein Bestes geben, so wie ich es immer getan habe." Hier finden Sie den ganzen Hohlspiegel. Könnten Sie Ihr Jahr popkulturell planen. Meine Kollegin Sophia Coper hat alle wichtigen Termine zusammengetragen. Wenn Sie ihren Text gelesen haben (hier der ganze Artikel ), wissen Sie, warum Ende Juli viele Menschen in roten Gewändern über Hügel laufen. Und falls Sie sich fragen, warum ab dem 3. Mai viele Menschen in die Hamburger Elbphilharmonie pilgern, hier noch ein Tipp von mir: weil die Musikikonen Miles Davis und John Coltrane in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wären und die Elphi diese unsterbliche Musik in fünf Konzerten zelebrieren wird  . Ich wünsche Ihnen ein gesundes und friedliches neues Jahr. Haben Sie ein gutes Wochenende! Herzlich Ihr Janko Tietz, Leiter des SPIEGEL-Nachrichtenressorts