Datum19.10.2025 12:52
Quellewww.spiegel.de
TLDRDer kolumbianische Präsident Gustavo Petro beschuldigt die USA, einen unschuldigen Fischer namens Alejandro Carranza während eines Militärangriffs in kolumbianischen Hoheitsgewässern getötet zu haben. Petro betont, dass Carranza keine Verbindung zu Drogenhändlern hatte. Der Vorfall hat international Empörung ausgelöst, während US-Präsident Trump die Angriffe auf mutmaßliche Schmugglerboote rechtfertigt. Petro fordert eine Erklärung der US-Regierung und forderte in der Vergangenheit US-Soldaten auf, Trump nicht zu folgen.
InhaltDas US-Militär greift seit einiger Zeit mutmaßliche Schmugglerboote in der Karibik an. Nun kommen schwere Vorwürfe aus Kolumbien. Die Amerikaner sollen einen unschuldigen Fischer getroffen haben. Bei einem US-Einsatz in der Karibik ist nach Angaben des kolumbianischen Präsidenten Gustavo Petro ein unbeteiligter Fischer getötet worden. Der bei einem Angriff im September ums Leben gekommene Alejandro Carranza habe "keinerlei Verbindung zu Drogenhändlern" gehabt und in kolumbianischen Hoheitsgewässern lediglich Fischfang betrieben, schrieb Petro am Samstag (Ortszeit) bei X . Petro forderte eine Erklärung der US-Regierung. Staatliche Vertreter der USA hätten "einen Mord begangen" und die "Souveränität" Kolumbiens in den Hoheitsgewässern des Landes verletzt. Petro teilte auf X ein Video mit einer Stellungnahme von Angehörigen Carranzas. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, zwei überlebende Insassen eines U-Boots mit angeblicher Drogenfracht, welches das US-Militär zuvor in der Karibik angegriffen hatte, an ihre Heimatländer zu überstellen. Zwei der "Terroristen" an Bord des U-Boots seien getötet worden, die beiden anderen "Terroristen" würden zur Inhaftierung und Strafverfolgung in ihre Heimatländer Ecuador und Kolumbien zurückgeschickt, schrieb Trump am Samstag bei Truth Social. Trump hatte den Angriff auf das U-Boot bereits am Freitag bekannt gegeben und mitgeteilt, dieses sei "speziell für den Transport riesiger Mengen von Drogen gebaut" worden. Am Samstag erklärte der US-Präsident, das "sehr große" U-Boot habe sich auf einer bekannten Drogenschmuggel-Route in Richtung der Vereinigten Staaten befunden. Trump hatte vor einigen Wochen Kriegsschiffe in die Karibik entsandt, die nach seinen Angaben den Drogenschmuggel in der Region bekämpfen sollen. Dabei griffen die US-Schiffe mehrfach kleine Boote an , die angeblich Drogen transportierten. Insgesamt wurden bei den bisherigen US-Angriffen auf angebliche Drogenboote mehr als zwei Dutzend Menschen getötet. Die Maßnahmen rufen international Empörung hervor, Uno-Experten warfen den USA in einer Erklärung "außergerichtliche Hinrichtungen" vor. Kolumbiens Präsident Petro fordert nicht zum ersten Mal strafrechtliche Untersuchungen wegen des US-Vorgehens. Im September hatte er an einer Demonstration in New York teilgenommen und Soldaten der US-Armee aufgefordert, Befehle von Trump zu missachten. "Folgt dem Befehl der Menschheit", hatte Petro gesagt. Der linke Politiker war für die Generaldebatte der Uno-Vollversammlung nach New York gereist. Das US-Außenministerium kündigte daraufhin an, Petros Visum zu widerrufen.