Wegen Kollisionsgefahr: SpaceX schickt Starlink-Satelliten in tiefere Umlaufbahn

Datum02.01.2026 15:42

Quellewww.spiegel.de

TLDRSpaceX plant, fast die Hälfte seiner Starlink-Satelliten in eine 70 Kilometer tiefere Umlaufbahn zu verlegen, um Kollisionen im Weltraum zu vermeiden. Die 4400 Satelliten sollen von 550 auf 480 Kilometer gesenkt werden, was die Wahrscheinlichkeit von Zusammenstößen reduziert. Dies erfolgt im Kontext steigender Satellitenzahlen und kürzlicher Zwischenfälle. Experten unterstützen den Schritt, da defekte Satelliten schneller abgebaut werden können. Trotz höherem Treibstoffbedarf für die niedrigere Umlaufbahn könnten weniger Ausweichmanöver erforderlich sein.

InhaltFast die Hälfte der Starlink-Satelliten soll in einen 70 Kilometer niedrigeren Erdorbit gelenkt werden. Betreiber SpaceX möchte Zusammenstöße im All vermeiden. Erst kürzlich war es zu einem Zwischenfall gekommen. Das Weltraumunternehmen SpaceX hat angekündigt, seine Satellitenkonstellation Starlink in diesem Jahr teilweise in eine niedrigere Umlaufbahn zu verlegen. Man wolle alle Satelliten, die sich in 550 Kilometer Höhe befänden, auf 480 Kilometer absenken, teilte Michael Nicolls, Vice President of Starlink Engineering bei SpaceX, auf der Plattform X mit  . SpaceX betreibt mit der Starlink-Konstellation einen Großteil der aktiven Satelliten im erdnahen Orbit. Sie umfasst mehr als 9000 Einheiten. Mit den Satelliten bietet das Unternehmen einen Breitbandzugang zum Internet an, auch an Orten, die anderweitig nicht oder schlecht angebunden sind. Betroffen von dem Plan seien etwa 4400 Satelliten, schreibt Nicolls weiter – also knapp die Hälfte der Flotte. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Das Unternehmen will mit der Maßnahme die Sicherheit im Weltraum erhöhen. Unterhalb von 500 Kilometern gebe es deutlich weniger Trümmerteile und dort seien für die Zukunft weniger weitere Satellitenkonstellationen geplant, "was die Gesamtwahrscheinlichkeit von Kollisionen reduziert", schreibt Nicolls in dem Beitrag. Die Zahl der Satelliten in der Erdumlaufbahn ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen  . Der Orbit in ungefähr 550 Kilometern ist dabei besonders dicht mit Satelliten besetzt. Fachleute befürchten, dass es im All zusehends zu Zusammenstößen kommt. Dabei kann Schrott entstehen, der andere Weltraummissionen gefährdet. Im November etwa musste China die Rückkehr von drei Astronauten von ihrer Raumstation verschieben, weil Schrottteile eine Raumkapsel getroffen hatten. Um Kollisionen zu vermeiden, müssen die Satellitenbetreiber regelmäßig Ausweichmanöver fliegen. Dafür haben die Geräte ein spezielles Antriebssystem an Bord. Das System wird auch eingesetzt, um die Satelliten während ihres Betriebs auf ihrer Umlaufbahn zu halten. Starlink-Satelliten haben eine Lebensdauer von etwa fünf Jahren. Danach lässt SpaceX sie kontrolliert abstürzen und in der Atmosphäre verglühen. Im Dezember hatte SpaceX ein Problem mit einem Satelliten in 418 Kilometern gemeldet. Dabei sei eine "kleine" Menge an Trümmern entstanden, die Kommunikation mit dem Satelliten sei ausgefallen. Der Satellit sei in kurzer Zeit um vier Kilometer abgesunken, hieß es. Das deute darauf hin, dass es zu einer Art Explosion gekommen sei. SpaceX selbst spricht davon, dass seine Satelliten zuverlässig seien. Es gebe "nur zwei tote Satelliten" in der gesamten Flotte, schreibt Nicolls. Sabine Klinkner, Professorin für Satellitentechnik an der Universität Stuttgart, hält das Absenken der Umlaufbahn für sinnvoll. Es helfe, defekte Satelliten schneller aus der Umlaufbahn zu entfernen, bevor sie mit anderen zusammenstoßen. "Aus 550 Kilometern Höhe braucht ein Satellit deutlich länger als aus 480 Kilometern, bis er in die Atmosphäre eintritt und verglüht", sagt sie. Die niedrigere Umlaufbahn verringert laut der Expertin nicht zwangsläufig die Lebensdauer der Satelliten. Zwar müsse SpaceX in geringerer Höhe mehr Treibstoff aufwenden, um die Satelliten in ihrer Umlaufbahn zu halten. Dagegen seien jedoch weniger treibstoffintensive Ausweichmanöver notwendig. "Am Ende muss man eine Gleichung aufmachen, was überwiegt", sagt Klinkner.