Datum02.01.2026 14:30
Quellewww.zeit.de
TLDRDie Rodung des Waldes bei Rohne für den Tagebau Nochten hat begonnen, wobei bereits ein Drittel des Grundstücks abgeholzt wurde. Der Energiekonzern Leag plant die Erweiterung des Tagebaus, benötigt dafür jedoch eine Grundabtretung, da die Eigentümerin nicht verkaufen möchte. Diese Form der Enteignung wurde vom sächsischen Oberbergamt genehmigt, trotz rechtlicher Anfechtungen seitens der Eigentümerin. Das Oberverwaltungsgericht betonte das öffentliche Interesse an der Stromversorgung, während der Braunkohletagebau Nochten seit 1968 in Betrieb ist.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Bergbau“. Lesen Sie jetzt „Rodung für Tagebau Nochten hat begonnen“. Die Rodung des privaten Waldes bei Rohne für den Tagebau Nochten hat begonnen. Am Morgen war bereits ein Drittel des Grundstücks abgeholzt, wie ein Sprecher der Polizei sagte. Die Lage vor Ort blieb demnach ruhig. Proteste gab es keine. Der Energiekonzern Leag will das Waldgrundstück bei Rohne, einem Ortsteil von Schleifen (Landkreis Görlitz), für die Erweiterung des Tagebaus Nochten abbaggern. Da die Eigentümerin das Grundstück nicht verkaufen will, beantragte der Energiekonzern eine Grundabtretung zum 1. Januar 2026. Dabei handelt es sich um eine Form der Enteignung im Bergrecht. Das sächsische Oberbergamt gab dem Antrag statt. Dagegen hatte sich die Eigentümerin rechtlich gewehrt. Eine Klage vor dem sächsischen Oberverwaltungsgericht (OVG) scheiterte jedoch. Unter anderem führte das OVG an, dass das öffentliche Interesse an der uneingeschränkten Aufrechterhaltung der Stromversorgung durch die beiden Kraftwerke, für die es keine ausreichende Kohleersatzversorgung gebe, die von der Antragstellerin geltend gemachten Interessen überwiege. Die Entscheidung fällte das OVG im vergangenen Dezember. Auch ein daraufhin eingereichter Antrag beim Bundesverfassungsgericht, die Enteignung und Rodung des Waldstückes mit einer einstweiligen Anordnung zu stoppen, blieb erfolglos. Der Braunkohletagebau Nochten wird seit 1968 betrieben und die gewonnene Braunkohle in den Kraftwerken Boxberg und Schwarze Pumpe verstromt. © dpa-infocom, dpa:260102-930-490739/1