Datum02.01.2026 12:52
Quellewww.zeit.de
TLDRDie Mehrwertsteuersenkung auf Gaststättenessen in Thüringen von 19 auf 7 Prozent soll dem Gastgewerbe etwa 72 Millionen Euro jährlich einsparen, wie Wirtschaftsministerin Colette Boos-John berichtet. Trotz dieser Entlastung rechnen Experten vom Dehoga nicht mit deutlichen Preissenkungen für Speisen, da hohe Energie- und Lebensmittelpreise bestehen bleiben. Gastronomen könnten die Senkung jedoch nutzen, um Preise stabil zu halten oder Investitionen zu tätigen, während die Geschäftserwartungen in der Branche überwiegend negativ sind.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Gastronomiepreise“. Lesen Sie jetzt „Steuersenkung für Gastgewerbe - was sie bringt“. Thüringens Gastronomen bringt die Mehrwertsteuersenkung nach Angaben des Wirtschaftsministeriums einen zweistelligen Millionenbetrag. Die finanzielle Entlastung durch die Steuersenkung auf Gaststättenessen liege nach Prognosen in Thüringen bei etwa 72 Millionen Euro pro Jahr, sagte Wirtschaftsministerin Colette Boos-John (CDU). Zu Jahresbeginn wurde die Mehrwertsteuer, die auf Essen in Gaststätten, Restaurants und Hotels fällig wird, bundesweit von 19 auf 7 Prozent verringert. Allerdings dürfen die Gäste nach Einschätzung des Thüringer Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) kaum mit deutlichen Preissenkungen für Bratwurst oder Thüringer Klöße rechnen. Die Steuersenkung könne angesichts hoher Energie- und Lebensmittelpreise jedoch bedeuten, dass die Rechnung für Speisen bei einem Hotelaufenthalt oder Gaststättenbesuch nicht höher wird als bisher. "Die Mehrwertsteuersenkung ist die Chance, die Preise konstant zu halten", hatte der Präsident des Thüringer Hotel- und Gaststättenverbandes, Mark Kühnelt, angekündigt. Der Dehoga spricht von Steuerfairness, die nun hergestellt sei - weil für Essen zur Mitnahme oder Essenslieferungen bisher bereits der niedrigere Satz galt. Letztlich entscheide jeder Betriebsinhaber über die Preise, die er in seine Speisekarte schreibe. Einige Gastronomen haben bereits angekündigt, dass sie die Steuerentlastung für bisher aufgeschobene Investitionen nutzen wollen. Bisher haben laut Dehoga viele Betriebe im Freistaat kaum Möglichkeiten, dafür Geld zurückzulegen. Grund seien auch in den vergangenen Jahren gestiegene Personalkosten durch Tarifanpassungen sowie den Anfang 2026 erhöhten Mindestlohn. Nach der letzten Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Erfurt und des Dehoga rechnen nur drei Prozent der Betriebsinhaber im Thüringer Gastgewerbe in den kommenden Monaten mit einer besseren Geschäftsentwicklung. 53 Prozent erwarten eine gleichbleibende Lage, 44 Prozent eine Verschlechterung. Vor allem in ländlichen Regionen gebe es Probleme. © dpa-infocom, dpa:260102-930-490197/1