Wirtschaft in NRW: Schlechte Stimmung in der Metall- und Elektroindustrie

Datum02.01.2026 11:36

Quellewww.zeit.de

TLDRDie Stimmung in der Metall- und Elektroindustrie in Nordrhein-Westfalen ist weiterhin schlecht, wie eine Umfrage des Verbands Metall NRW zeigt. Nur 14 Prozent der 354 befragten Unternehmen bewerten ihre Geschäftslage positiv. Wenige planen Neueinstellungen, während jeder vierte Betrieb Stellen abbaut. Präsident Arndt Kirchhoff beschreibt die Situation als Ausdruck einer Wettbewerbsfähigkeitskrise, die durch geopolitische Unsicherheiten verschärft wird. Er fordert dringend politische Maßnahmen, um die wirtschaftliche Lage zu verbessern und die Lebensarbeitszeit zu verlängern.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Wirtschaft in NRW“. Lesen Sie jetzt „Schlechte Stimmung in der Metall- und Elektroindustrie“. Die schwierige wirtschaftliche Lage drückt einer Umfrage zufolge auf die Stimmung in der Metall- und Elektroindustrie in Nordrhein-Westfalen. Viele Betriebe schauen pessimistisch auf 2026, wie Verband Metall NRW mitteilte.  Nur 14 Prozent der Unternehmen bewerten ihre aktuelle Geschäftslage als gut, lediglich 10 Prozent erwarten in den nächsten sechs Monaten eine Besserung. An der Befragung zum Jahreswechsel nahmen laut Verband 354 Unternehmen mit knapp 95.000 Beschäftigten teil. Bei einer zum Jahreswechsel 2024/2025 durchgeführten Umfrage waren die Ergebnisse ähnlich schlecht ausgefallen. Auch bei der Beschäftigung lässt sich die Unsicherheit ablesen. Nur 15 Prozent der Unternehmen planen im ersten Halbjahr Neueinstellungen. Jeder vierte Betrieb will laut Umfrage Stellen abbauen, knapp 30 Prozent haben dies in den vergangenen sechs Monaten bereits getan. Der Anteil der Unternehmen mit Kurzarbeit ist mit 28 Prozent weiterhin hoch. Seit Juni 2024 gehen in der Branche laut Verband monatlich bereits rund 2.100 Arbeitsplätze verloren. Die Produktion liegt demnach 23 Prozent unter dem Niveau von 2018.  Präsident Arndt Kirchhoff wertet die Ergebnisse als "Ausdruck einer tiefen Wettbewerbsfähigkeitskrise und gravierenden Standortschwäche", die durch geopolitische Unsicherheiten verschärft werde. Bei Unternehmern verstärke sich der Eindruck, dass Teile der Politik die wirtschaftlichen Realitäten nicht ausreichend wahrnehmen würden. Mit Blick auf politische Entscheidungen in Brüssel und Berlin begegne ihm eine große Unruhe und Verunsicherung.  "Um das Ruder wirklich herumzureißen, braucht Deutschland jetzt einen wirtschafts- und sozialpolitischen Befreiungsschlag", so Kirchhoff. Er forderte unter anderem eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit. Zu dem Industriezweig zählen unter anderem der Maschinenbau, die Elektroindustrie, der Automobilbau, Hersteller von Metallerzeugnissen, die Metallerzeugung und -bearbeitung sowie Gießereien. © dpa-infocom, dpa:260102-930-489766/1